Zeit für ein Debutalbum – am Freitag ist es soweit und König Kobra veröffentlichen ihr erstes Album. Bislang gab es erst eine Veröffentlichung, die Sieben-Songs-EP „Zweite Haut“. König Kobra ist uns ja seit letztem Jahr ein Begriff, als wir uns von ihren Live-Qualitäten bei Bochum Total überzeugen konnten (https://www.handwritten-mag.de/bochum-total/). Bei ihren Auftritten ist stets ein hoher Party- und Spaßfaktor Begleiterscheinung, wodurch sich die sechs Essener – vor allem im Ruhrgebiet – einen Namen gemacht haben.

Offenbar knüpft die Band direkt an diesem Partyfaktor an: auf dem Plattencover findet sich ein alter Arcade-Spielautomat – also Disc eingelegt und „Load König Kobra,8,1“. Ach ne, das war ja der C64.

Das Intro „Start“ führt uns direkt in das Album und dessen Thema, das gute alte Videospiel der achtziger und neunziger Jahre, ein und schon geht es lost mit der Zeitmaschine – ein wunderbarer Song, der einen zurückholt in die Zeit vor dem Berufsstress, als das Leben noch deutlich unbeschwerter war. Der Song ist es irgendwie auch.

Unbeschwert war es auch noch „1998“. Zurück in die Zeitmaschine: Wisst ihr noch, wie es 1998 war? Ein toller Punkrock-Song, der ein zurückholt in die Zeit des ersten Punkrock-Konzertes – Text und Song: großartig, eines meiner Liebslingsstücke des Albums!

Mit „Pizza Pätroni“ hat König Kobra bereits vorab einen Song veröffentlicht – mit einen schrägen Video! Der Song, der leicht beschwingt beginnt, entpuppt sich dann zum tollen Punkrock-Song mit Ska-Anleihen! Auch hier wird wieder das leichte, unbeschwerte Leben besungen, und wenn es nur ein einzelner Strandtag ist – dann ist es ein schöner Tag! Im Song ist zudem auch Sänger Cozza von Omas Zwerge zu hören.

Mit „Level für Level“ kehrt man dann zum Ursprungsthema des Albums zurück: denn das Leben ist ein Tetris-Spiel, wobei auch hier Level für Level zu überstehen ist – ein toller Song, der dem Album seinen Namen gab.

Aber auch die Songs mit dem nötigen Partyfaktor sollten angespielt werden:

„Kirmesdisko“ beginnt elektronisch, man vermutet sich einen 90er Jahre Elektropop-Song, bis kurz darauf der Core ausbricht in Form von Growl-Sänger Roicke. Hier überzeugt besonders der Refrain, der sehr charakteristisch für König Kobra ist: er besteht aus dem Wechselgesang der beiden Sänger Billy, der den Klargesang-Part übernimmt, im Gegensatz zu Sänger Roicke, der für die Growls zuständig ist.

Mit „Eins, Zwei, Drei Tanzen“ folgt wieder ein Song, bei dem ich auf den Live-Party-Faktor gespannt bin.

Wem es jedoch bis hierhin nach fehlendem Tiefgang klingt, kann ich an dieser Stelle beruhigen: denn die sechs Essener sind sich nicht zu schade auch klare politische Aussagen zu treffen. Das taten sie bereits auf der EP „Zweite Haut“ mit dem Song „AFP (Alternative für Primitive)“.

„Kein Mensch“ heißt der Song auf „Level für Level“ mit klarer Message: kein Mensch ist illegal! Recht haben sie!

„Sorgenkind“ ist ein wenig härter geraten mit schönen Riffs – das geht voran!

Insgesamt hat König Kobra einen sehr eigenen Stil: ich kenne eigentlich keine andere Band, die sich im gleichen Song Elemente aus 90er Synthie-Pop und Hardcore miteinander kombiniert – aber dieser scheinbare Widerspruch ist keiner in der Welt von König Kobra! Mit Level für Level haben sie zumindest direkt einmal den Highscore erreicht, denn das Album ist musikalisch großartig und macht einfach nur Spaß!

 

Tracklist:

  1. Start
  2. Zeitmaschine
  3. Kirmesdisco
  4. Level für Level
  5. 1998
  6. Pizza Pätroni
  7. Eins Zwei Drei Tanzen
  8. Kein Mensch
  9. Sorgenkind
  10. Was Du nicht weißt
  11. Quadrat
  12. Vorwärts

 

Tourdaten:

25.5. Album Release Party – Essen

10.6. Werden Open Air – Essen-Werden

 

König Kobra - Level für Level (Boersma Records, 17.05.2019)
4.5Gesamtwertung