Irgendwie zu spät, aus Gründen vor der letzten Band am Freitag weg und trotzdem sind wir restlos überzeugt von dem schönen Oakfield Festival. Irgendwie zwischen Hamburg und Bremen, im Wald neben der A1, findet schon seit Jahren ein großartiges Festivals statt, wo „Von Fans für Fans“ nicht nur ein Spruch ist.

Schon der Aufbau, bzw. das geil angerichtete Festivalgelände spricht Bände. Da sitzt du mit deinen Kringelpommes auf einem Sitzkissen oder direkt einem Sofa und guckst dir mit einem Bier in der Hand Bands an. Und zwar nicht irgendwelche Bands, sondern trotz kurzfristigem Ausfall diverser Bands, ein großartiges Lineup.

Am Freitag angekommen konnten wir AnneFuerSich (deutscher Poprock), Pure Tonic (Alternativerock, bisschen Metal und eine Menge Arschtritt) sehen und anschließend die folkigen Poprocker von Von Eden.

Als wir dann wieder gemütlich auf dem Sofa Platze nahmen, startete auch schon ziemlich fix die großartigen Leoniden aus Kiel. Vier Festivals in zwei Tagen hatten die auf dem Zettel, aber davon war nichts zu spüren. Eine krasse Energie, die da mit elektronischem Indiepop (kein Plan ob das auch nur annähernd die richtige Schublade ist) rausgeballert wird. Wie mein mitreisender Prog-Metal-Musiker mir sagte, war er beeindruckt von dem, was die schnauzbärtigen Nordlichter da veranstalteten. Da wird getanzt, gesungen, gebrüllt, die Gitarre gefühlt über den halben Platz geworfen, Schlagzeug im Publikum gespielt und überhaupt… ich würde das nicht eine Show durchhalten. Körperlich. Hut ab!

Ich persönlich war aufgeregt wie ein 15jähriger, weil ich doch nun endlich meine Helden Samiam live sehen konnte. Wenn du seit deiner Jugend eine Band feierst, die aber nie live sehen konntest, hoffst du einfach nur das sie gut sind. Das ist sonst als wär der Held deiner Jugend „in echt“ ein Arschloch. Aber ich wurde nicht enttäuscht und Samiam sind in meiner Fanboyliste durch diese Stunde Liveshow wieder ganz nach oben gerutscht. Großartig! Wie Sänger Jason auf einen Songwunsch aus dem Publikum antwortete: „Wir haben 18 gute Songs geschrieben, 16 davon spielen wir heute. Deiner ist bestimmt auch dabei!“ Und so war es. Jeden einzelnen Song konnte ich mitsingen. Und auch im „hohen Alter“ haben die Herren noch richtig was drauf. Meine persönliche Liveshow 2017. Nicht nur aus nostalgischen Gründen. Aber auch.

Wie schon erwähnt, mussten wir den Heimweg noch vor Rantanplan antreten (Fotos dazu liefert unser Buddy Sascha Schröder aus Bremen nach, werden dann hier ergänzt). Aber nach 2,5 Stunden Heimfahrt ist ein grinsender Sven dann mit Herzchen in den Augen eingeschlafen.

Großartiges Festival mit mega Lineup und ganz viel Herzblut! Danke ihr Dudes aus dem Wald!

 

(Fotos: Sven Hoppmann, www.melancholiemaritim.de )

(Bilder von Rantanplan von dem schönen Sascha Schroeder )