Die Wiener Truppe von Russkaja war ja schon von je her eine Sache für sich. Erste Berührungspunkte hatte ich mit ihnen, als mir ein Freund das total abgedrehte „Psycho Traktor“, besser gesagt das dazugehörige Live-Video vorspielte, bei welchem eine wilde Horde vor der Bühne den übelsten Circle-Pogo-Pit abzog und Sänger Georgij Alexandrowitsch Makazaria – der übrigens früher bei der österreichischen Metal-Combo Stahlhammer alles kurz und klein brüllte – ein fettes durchdringendes Gesangsbrett von sich gab.

Nur kurze Zeit später beschallten sie dann als Eröffnungsband die WaterStage des 2014er Deichbrand Festivals und bei dem Organ, mit welchem Georgij das komplette Festival-Gelände wegbrüllte hätte er auch gut und gerne auf ein Mikrofon verzichten können… meine besondere Liebe zu Russkaja war damit geboren!

Zwei Deichbrand-Auftritte (beim letzten vor zwei Wochen sollen sie sich nach eigenen Angaben Backstage ein wenig „daneben“ benommen haben 😉 ) und ein Album später erscheint heute mit „Kosmopoliturbo“ das fünfte Album der sieben Wiener, die sich erstens aus gefühlt zwanzig Nationen zusammen würfeln und darüber hinaus auch in unzähligen anderen österreichischen Bands aktiv sind.

Wieder einmal haben die Wiener alles in das Album geworfen, was das prall geschnürte Instrumenten-Paket (verzerrte Gitarren, Vollgas-Gebläse, wummernde Bässe) hergibt… aber auch sprachlich schrecken sie erneut vor nichts zurück! Von Englisch, über Deutsch – von Russisch bis Französisch… hier ist für jeden etwas dabei.

Okay zugegebenermaßen liegt auch dieses Mal das Hauptaugenmerk auf Fun und Unterhaltung, stimmlich ist das Ganze zwar wieder durchdringend und dank Georgij sehr dominant… ein wirklich guter Sänger ist der gebürtige Russe aber von je her nicht wirklich – lassen wir die immer wieder einsetzenden Operngesänge mal außen vor… denn die können sich seit jeher durchaus hören lassen!

Der Titel des neuen Album sperrt sich gegen Grenzen… da sind Russkaja ja schon alleine aufgrund der Bandzusammensetzung ganz weit vorne dabei!

Und den Turbo haben sie wie immer angeschmissen… also passt der Album-Titel ja quasi wie „Deckel auf Topf“ – oder mal in die Vulgärsprache abzudriften wie „Arsch auf Eimer“!

Also mir gefallen die Nummern… zugegebenermaßen ist der eine oder andere Song dann doch etwas für den kleinen erlesenen Kreis der Hardcore-Fans – wie immer halt!

Ich hole mir jetzt erstmal eine Flasche Wodka… und dann ab in den TURBO-TRAKTOR!

 

Titel:
1. Hey Road
2. Alive
3. Still in Love
4. Hello Japan
5. Voll Kraft voraus
6. Mare mare
7. Cheburaschka
8. La Musica
9. Chef de cuisine
10. Send You An Angel

 

Russkaja sind gerade auf Tour eine Bank… deshalb geht da gefälligst hin:

05.08.17 – Wacken Festival
19.08.17 – Karben Open Air
09.09.17  – St. Paul im Lavanttal
16.09.17 – Rock am Pferdemarkt
06.10.17  – Graz / PPC
07.10.17  – Wien / Simm City
12.10.17  – Linz / Posthof
13.10.17  – Dornbirn / Conrad Sohm
14.10.17  – Innsbruck / Treibhaus
17.11.17  – Salzburg / Rockhouse
23.11.17 – Köln / Gloria-Theater
24.11.17 – Ulm / Roxy
25.11.17 – München / Backstage
30.11.17 – Frankfurt / Batschkapp
01.12.17 – Leipzig / Werk 2
02.12.17 – Hannover / Musikzentrum
07.12.17 – Hamburg / Markthalle
08.12.17 – Dortmund / FZW
09.12.17 – Berlin / SO 36
14.12.17 – Karlsruhe / Substage
16.12.17 – Freiburg / Jazzhaus
21.12.17 – Lindau / Club Vaudeville
22.12.17  – Steyr / Röda
10.02.18 – Klagenfurt / Volxhaus

BANDPAGE

Russkaja – Kosmopoliturbo (Napalm Records/Universal, 04.08.2017)
4.0Gesamtwertung