Zwei Leute – Gitarre, Schlagzeug und Gesang. Da ist man gleich bei den White Stripes oder den Black Keys. Musikalisch mögen deren Wurzeln vielleicht ähnlich sein. Doch The Great Faults sind doch anders. Irgendwo zwischen Rock und Blues liegt das Ganze, mit einer gesunden Portion Soul, Indie, Grunge und Pop. Klingt schon irgendwie eigenwillig die Chose.

Der Sound der Band ist urwüchsig und ungeschliffen, ein Hauch von Garage durchweht die Songs. Die verbreiteten Emotionen kommen ebenso direkt auf den Hörer zu. Dabei ist die Musik der Band an sich gar nicht so wirklich direkt. Nicht selten groovt man etwas bedächtiger um die Ecke und suhlt sich vielmehr voller Inbrunst in bluesigen Untiefen. Am besten ist die Band dann, wenn Sänger und Gitarrist seine Leidenschaft wie bei „Rewind“ nach außen kehrt. Überhaupt hält der Gesang Martin Krolls die Songs zusammen, die sonst vom dynamischen Schlagzeugspiel und der knarzenden Gitarre leben, welche wie ein Konterpart zu den immer wieder fragil wirkenden, kleinen Melodiebögen bilden.

Dabei klingt die Musik des Duos an sich doch recht beherzt und kantig. Kleine Stimmungsschwankungen sorgen für Abwechslung. Der Weg führt von schlurfendem Indie Rock („Rewind“), über leicht tänzelndes („How Do You Feel“) und rockiges Material („Now“), bis zu angenehm melodischem Sonnenuntergangsstoff („I Promise“).

Allerdings muss man auch sagen, dass The Great Faults Musik spielen, auf die man sich einlassen muss, sie springt einen nicht direkt ins Gesicht. Man könnte es auch anders ausdrücken: Nur selten macht man es richtig eingängig und Hits schreiben andere. Aber das wäre vielleicht etwas ungerecht. The Great Faults sind eben anders. Und das ist im Indierock-Bereich schließlich schon mal etwas wert – ob einem das Endergebnis nun mundet oder nicht!

Trackliste:
1. Freak In Freak Out
2. How Do You Feel
3. Better
4. How Long
5. Rewind
6. I Could Explain
7. Now
8. Thinking Twice
9. Cold
10. I Promise

The Great Faults - Freak In / Freak Out (Supermusic, 19.01.2018)
3.5Gesamtwertung