Herrlich. Ab und zu wird einem ein Album zur Rezension vorgelegt, das verschreibt sich komplett dem ursprünglichen Hard Rock. „Settle Your Scores“ von Hound ist solch ein Ding. Die fünf Musiker aus Hildesheim und Hannover klemmen ordentliche Verzerrerpedale zwischen Gitarre und Amp, sie frönen den Tönen welche man aus dicken Hammond-Orgeln herausbekommt und pressen das alles in wunderbar dampfende und stampfende Songs.

Dazu gibt es dann noch ein paar psychedelische Einsprengsel. Teilweise klingt das so als ob Deep Purple und The Doors in einem Proberaum zusammen eingesperrt worden wären. Aus dieser Kombination heraus hätte durchaus ein Song wie „The Secret Commonwealth“ entstehen können. Der Hammond-Orgel wird in diesem Song besonders viel Raum eingeräumt und manchmal klingt das wie eine energische Jamsession! Sehr fein!

Die meisten Songs von „Settle Your Scores“ gehen allerdings mehr geradeaus. „Not So Long Ago“ eröffnet das Album mit ordentlichem Druck. Es knarzt und ranzt an vielen Stellen und das macht den Song und auch das Album so lebendig. Dass die Band noch mehr Gas geben kann zeigt sie im abschließenden „Awful Fellow“.

Beim Lesen dieser Zeilen mag man nun denken, braucht man noch eine Band die unbedingt die Helden der 60er und 70er Jahre wieder aufleben lässt?
Ehrlich gesagt, keine Ahnung!

Aber ein Band wie Hound welche mit Freude den klassischen Hard Rock spielt und dabei so frisch und unverbraucht wie aus „Settle Your Scores“ klingt, die kann man immer brauchen!

1. Not So Long Ago
2. Jim Vance
3. The Perilous Realm
4. Cursed Place
5. Thoughts & Prayers
6. Not At All
7. The Poacher
8. The Secret Commonwealth
9. Grit
10. Flesh & Bone
11. Settle Your Scores
12. Awful Fellow

Hound - Settle Your Scores (Metalville, 29.06.2018)
4.2Gesamtwertung