H.E.A.T aus Schweden. Hm, geben wir dem Quintett auch als Magazin des eher alternativen Rocks doch mal eine Chance…

Rein das Ding in den CD-Player und los geht’s mit „Bastard Of Society“. Der Song ist auch gleich ein guter Wegweiser in die Platte. Kommt schnell auf den Punkt, auf Einschlag getrimmte Chöre und Geklimper. Fast schon etwas zu viel Gezirpe im Hintergrund und etwas zu viel „lalala“ im Abgang. Ist das etwa eine Art Roxette im Hardrock-Mantel? Das trifft es zeitweise ganz gut. Ein Song wie „Redefined“ ist zum Beispiel ein ganz eindeutiges Bekenntnis zur Popmusik. Aber hey, das muss man wirklich sagen: ein ziemlich gutes.

H.E.A.T wissen was sie tun und wie man eingängige Rocksongs schreibt. Def Leppard, Journey, Foreigner, Bon Jovi (und hiervon erstaunlicherweise sogar die Ausgabe aus dem neuen Jahrtausend) – alles Bands, die man eindeutig aus Vorbilder heraushören kann. Zwischendurch wird zwar bei „Blind Leads The Blind“ auch mal eine etwas metallischere Axt geschwungen. Doch auch hier steht voll und ganz der eingängige, hochmelodische Refrain im Vordergrund.

Wäre nicht der wirklich starke Gesang von Powerstimme Erik Grönwall, müsste man das Ganze etwas weniger gut finden. Sie verschafft der Band gar etwas „Street Credibility“, die diese Band durchaus in größerem Maße nötig hätte. Aber am Ende ist „Into The Great Unknown“ gut gemachter Stoff, auch wenn er manchmal etwas über die Grenzen des guten Geschmacks (ich weiß, das klingt jetzt schon irgendwie elitär) hinausgeht. Ton gewordenes Popcorn-Kino. Man fühlt sich am nächsten Tag vielleicht etwas zu sehr überzuckert. Aber für eine gewisse Zeit hatte man seinen Spaß…

 

Trackliste:
1. Bastard Of Society
2. Redefined
3. Shit City
4. Time On Our Side
5. Best Of The Broken
6. Eye Of The Storm
7. Blind Leads The Blind
8. We Rule
9. Do You Want It?
10. Into The Great Unknown

 

H.E.A.T - Into The Great Unknown (earMUSIC, 22.09.2017)
3.7Gesamtwertung