Es gibt so Alben, die fliegen bei der Veröffentlichung ein wenig unter dem Radar. Ein Beispiel gefällig: Face to Face veröffentlichte am letzten Freitag nahezu unbemerkt mit „Standards und Practices Vol II“ ein durchaus interessantes Cover-Album. Wo „Vol II“ draufsteht, hat es natürlich auch schon ein „Vol I“ gegeben, dass ist aber bereits über 20 Jahre alt und vermutlich nur hartgesottenen Face To Face-Fans ein Begriff .

Die Old-School-Punkrocker von Face to Face nutzte so die Corona-Pause mit der Neuinterpretation von 10 Songs, vielfach vertreten sind hier Songs der 80er Jahre. Die Kalifornier schaffen es dabei, die Songs nah am Original zu belassen und dennoch nach Face to Face zu klingen – sehr gelungen!

Dabei hält das Album einige Highlights bereit, wie das Cover von Iggy Pops „Private Hell“ – auch wenn es jenes schon länger als Bonustrack gab.

Weitere Cover, die man sich unbedingt anhören sollte : „Bad Reputation“ (im Original von Joan Jett), „Planet Earth“ (Duran Duran), „Wasted Life“ (Stiff Little Fingers).

Spaß macht auch die Version von „Whip It“ – im Original ein Alternative-Song von Devo der frühen 80er.

Fazit: Ein sehr kurzweiliges Album und für die älteren Semester, die sich an die 80er noch erinnern können, bereitet die Platte doch einigen Wiedererkennungswert – ich persönlich hatte beispielsweise Big Country schon lange gedanklich verdrängt. Musikalisch gibt es keine Überaschungen, Face to Face liefern solide Old-School-Punkrock, der durch die Songauswahl dennoch sehr erfrischend wirkt!

 

Tracklist:

  1. A Million Miles away (Original The Plimsouls)
  2. Coma Girl (Joe Strummer)
  3. The Grind (Original nicht auffindbar)
  4. Private Hell (Iggy Pop)
  5. Bad Reputation (Joan Jett)
  6. Wasted Life (Stiff Little Fingers)
  7. In a Big Country (Big Country)
  8. Tommy Gun (The Clash)
  9. Whip It (Devo)
  10. Planet Earth (Duran Duran)

Face to Face - Standards and Practices Vol II (Antogonist Records, 16.10.2020)
4.5Gesamtwertung