Um ordentlich Alarm zu machen braucht es nicht mehr als zwei Leute. Das beweisen seit vielen Jahren nicht zuletzt die Amis Black Cobra. Schlagzeug, Gesang, und in den Keller tief gestimmte Gitarren, eine Ladung Hass und Euphorie und fertig ist das Abrisskommando.

Ebenjene Band veröffentlicht diese Tage ihr fünftes Album namens „Imperium Simulacra“. Darauf zu hören: massiver Sludge Metal mit beherzter Hardcore-Schlagseite. Es ist schon eine Wucht was die Band für ein Brett mit ihren scharfen Riffs, giftigen Vocals und den donnernden Drums fährt. Wo das Duo zupackt, da wächst so schnell kein Gras mehr.

Heavy ist das allemal. Doch leider fehlt es den Songs selbst etwas an der Nachhaltigkeit. Hat man sich erst einmal an diesen Orkan gewöhnt, plätschert der eine oder andere Song etwas zu einfach vorbei. Klar, so richtige Ohrwürmer erwartet der Genre-Fan eh nicht. Aber etwas knackiger oder ein paar Hooks mehr hätten es vielleicht schon sein dürfen. So liegt der Fokus eher auf Sound und Spiellaune. Wobei die Produktion fast etwas glattgebügelt klingt. Auf der anderen Seite blitzt die chirurgische Präzision von Black Cobra mehr durch. Gerade Schlagzeuger Rafael Martinez gibt mal wieder eine Galavorstellung.

Tja, was bleibt? Geiler Sound, coole Typen, fette Mucke mit Abreagierpotenzial. Aber die Band war schon mal spannender. Man greife lieber zum Vorgänger „Invernal“… oder zur Konkurrzenzband Mantar. Denn die haben auch Hits drin.

Black Cobra - Imperium Simulacra

Trackliste:
1. Challenger Deep
2. Imperium Simulacra
3. Fathoms Below
4. Eye Among The Blind
5. The Messenger
6. Obsolete
7. Dark Shine
8. Sentinel (Infinite Observer)
9. Technical Demise

Black Cobra - Imperium Simulacra (Season of Mist, 26.02.2016)
3.5Gesamtwertung