Achtung, Raumanzug und Superheldencape aus dem Schrank geholt. Das Berliner Quartett These Hands Conspire nimmt euch mit auf eine intergalaktische Reise!

Das Cover ist knallbunt, die verarbeitete Geschichte dieses Konzeptalbums durchaus etwas nerdy und der Sound angenehm lässig. Jener kommt (mal wieder) ziemlich oldschool und erdig daher, blickt tief in die 70er, vermengt ursprünglichen Heavy Metal mit eindeutiger Stoner-Kante, bringt etwas Doom und viel Lässigkeit aufs Tablett, suhlt sich mit Genuss im Twin-Gitarren-Bad, während über einem THC-geschwängerte Rauchschwaden über einem schweben. Serviert wird das Ganze mit einer gesunden Portion an Härte.

Klar stilistisch ist das natürlich ziemlich gut abgehangen und müffelt schon etwas schimmelig. Aber irgendwie schafft es die Band dann doch zu gefallen, wo einen die Konkurrenz in ihrem Retrotraumel mittlerweile wegen Übersättigung kaltlässt. Liegt es vielleicht daran, dass These Hands Conspire definitiv mehr Metal als Heavy Rock sind? Daran, dass man einen lässigen Gesangsstil pflegt und den erzählerischen Songs doch ein gutes Maß in Immersion innewohnt?

Spielt sicherlich mit rein. Das Songwriting ist keineswegs 08/15 und schlägt so seine Haken. Breaks und Dynamikschwankungen gehören zum guten Ton. Anscheinend haben sich die meist überlangen Nummern zu einem gewissen Teil den Texten unterzuordnen. Mir soll es recht sein. Ein paar Hooks mehr und ein Plus an Griffigkeit hätten aber auf keinen Fall geschadet, um die Sympathie größer werden zu lassen.

Sei’s drum. Am Ende ist „Sword of Kohan“ zumindest ein kleiner Geheimtipp, den der hippe Bartträger auch seinem alten Herrn bei einer Gerstenkaltschale präsentieren kann.

These Hands Conspire - Sword of Korhan

Trackliste:
1. Intro
2. Praise To The Nova Rider
3. The Beast Cometh
4. The Inner Core Of The Middle Sun
5. The Battle Of Sur
6. Ambush At Antarox IV
7. Son Of Korhan
8. Outro

These Hands Conspire - Sword of Korhan (Ván Records, 01.07.2016)
3.7Gesamtwertung