Bis in die heutige Zeit (also 50 Jahre nach seiner Entstehung) bewegt bzw. verbindet einen ein Song mehr als jeder andere mit der Rebellion und der Aufbruchsstimmung, die damals in der Nachkriegsgeneration gesteckt hat.

058_big_benthe-whoNicht von ungefähr erlangten Roger Daltrey, Pete Townshend, Keith Moon und John Entwistle im Dezember 1965 mit dem Song „My Generation“ und dem gleichnamigen Album eine beneidenswerte und selten erreicht Berühmtheit, welche sie zu einer der weltweit bekanntesten Rockbands aller Zeiten gemacht hat.

Nun, 50 Jahre später, haben The Who immer noch nicht an Anziehungskraft und Attraktivität verloren, auch wenn die Herren Townshend und Daltrey bereits zum gesetzteren Alter zählen, sich jedoch bei ihren immer noch regelmäßig stattfindenden Auftritten musikalisch keinesfalls hinter aktuellen Rockbands verstecken müssen.

Passend zum 50jährigen Bandjubiläum ist nun die Biographie „The Who: 50: Die offizielle Bandgeschichte“ beim Prestel Verlag erschienen, welche einem einen intensiven Einblick in die Entstehung der Band, die Höhen und Tiefen, die traurigen Zeiten, sowie den neuerlichen Aufstieg bringen soll.

305_roger_72_microphoneDer britische Autor Ben Marshall, seines Zeichens Musik- und Kulturjournalist und The-Who-Fan erster Stunde hat es sich nicht nehmen lassen, seine Lieblingsband mit dieser Veröffentlichung ein erneutes Mal quasi unsterblich 303_Pete_guitarwerden zu lassen und deren Geschichte für die musikinteressierte Masse transparent zu machen.

Auf 320 Seiten berichtet Marshall (unter Mitwirkung der noch lebenden The Who Größen Pete und Roger) über alles, was interessierte Fans, oder die, die es möglicherweise noch werden wollen, über die vier Jungs aus dem Nordwesten Londons wissen sollten.

Aufgeteilt in verschiedene bandinterne bzw. musikalische Epochen bekommt man einen guten Einblick… auf Ausführlichkeit und unzählige umfangreiche Bildbeweise wird hier sehr großer Wert gelegt!

Von der Jugendzeit, über die ersten Bandversuche Roger Daltreys und das damit verbundenen Kennenlernen der einzelnen Charaktere, alles das ebnete – neben den innenpolitischen Schwierigkeiten, die sich immer mehr in Gewaltausbrüchen der heranwachsenden britischen Jugend zeigte – den Weg, der zum 65iger „My Generation“ Album führen sollte!

097_Picadilly_CircusThe Who verkörperten damals Rebellion und Aggression gegen die Ewig-Gestrigen und das Establishment… unzählige zertrümmerte Gitarren bzw. Bühnenequipments und ebenso viele renovierungsbedürftige Hotelzimmer sprachen hier eine eindeutige Sprache!

Die darauf folgenden Pop-Art und Hippie Zeiten gingen natürlich auch nicht spurlos an den vier Jungs vorbei, amüsante Bilder begleiten hier die Biographie eindrucksvoll… das zu der Zeit entstandenen Album „Tommy“ und die später folgende gleichnamige Rock-Oper brachte quasi eine musikalische, sowie persönliche Zeitenwende mit sich!

Aber auch Sex, Drugs und Rock `n` Roll machten – trotz ihrer Abneigung zur aufkeimenden Punk-Bewegung der 70iger ala `Sex Pistols` oder `The Clash` – vor The Who nicht Halt und der langsame Verfall Keith Moons nahm ein immer schnelleres Tempo auf… bevor das Genie am Schlagzeug 1978 an einem Medikament starb, welches ihn eigentlich von seiner Alkoholsucht kurieren sollte!230_KM_drum_grass

The Who fingen sich nach dem Verlust wieder und überlebten sogar den Punkrock. Die neu aufkeimenden kreativen Fähigkeiten führten sogar mit „Quadrophenia“ zu dem The-Who-Film, der heute als eins der wichtigsten Werke des British Youth Cinema (neben `Trainspotting` und `This Is England`) Quadrophenia_albumbezeichnet werden kann und neben Phil Daniels keinen geringeren als Sting zu ersten Filmehren brachte!

Zwischen 1983 und 1999 wurde es dann ruhig um die Band, lediglich im Juli 1985 kam die Jungs auf Bitten von Bob Geldof für das Benefizkonzert Live Aid kurzzeitig zusammen und spielte im Wembley-Stadion in London vier Lieder.

Ab Ende der 90iger begann The Who in deutlich rauerem Stil erneut zu rocken, gemeinsam mit Zak Starkey und John Bundrick konzentrierte man sich jedoch eher auf die alten Hits… die Kokainsucht von John Entwistle endete jedoch 2002 kurz vor der angestrebten USA-Tour tödlich!

Woran andere Bands regelmäßig zerbrechen gingen The Who immer wieder mit erhobenen Häuptern und gestärkt 292_band_2012daraus hervor, was sich bis zum heutigen Tag durch elf offizielle Alben, diversen Konzertalben, Kompilationen, Filme, Soundtracks und unzählige Auftritte bzw. Touren belegen lässt!

All dieses kann man eindrucksvoll in „The Who: 50: Die offizielle Bandgeschichte“ bewundern und auf sich wirken lassen… also als Fazit lässt sich festhalten:

Nicht nur interessierten Lesern, die noch ein Weihnachtsgeschenk suchen kann ich „The Who: 50: Die offizielle Bandgeschichte“ ans Herz legen… auch Liebhaber von umfangreichen Bildbänden kommen hier hervorragend auf ihre Kosten, denn für 39,95 € gibt es über 500, teils unveröffentlichte Fotos, die einen tiefen Einblick in die Geschichte von The Who geben!

Wenn ich es nicht schon in den Händen halten würde… also ich würde es kaufen!

 

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