Rock mit traditionellen Wurzeln geht doch immer. Vor allem, wenn er zudem noch so ausgelassen und mit viel Liebe zum Detail dargeboten wird, wie von der Schweizer Band Sons Of Morpheus, die nebenbei weit weg von der grassierenden Retrorock-Mischpoke musiziert. Zum einen hat man diesen gewissen zeitgemäßen Dreh und zum anderen kann man auch echte Songs mit Charakter schreiben, etwas das man bei anderen Vintage-Bands immer wieder etwas vermisst.

Nun denn, rein ins Vergnügen! Mit dem schmissigen „Black Nights“ geht es gleich ordentlich los. Riffiger Rock mit Groove, zackig drückend, mit eingängigem Refrain und tosendem Sound drunter, leichter Stoner-Dreh und ein schmissiger Instrumental-Part. Haut rein. Und es geht nicht weniger mitreißend weiter.

„Down“ – eine heavy Walze mit großer Eingängigkeit. Dazu kommt leicht angefunktes („Riding The Wave“), fast balladeske Momente („The Old Man“), Stampfendes im Hit-Format („Monotone“), ein absoluter altmodischer Blues-Song („My Everything“) oder man improvisiert ganz hemmlungslos und äußerst feurig („Amanita Muscaria“).

Die Band steht unter Dampf und trotzdem legt man eine große Portion Lässigkeit und jede Menge Selbstbewusstsein an den Tag. Das Trio hat mit seiner zweiten Platte „Nemesis“ ein abwechslungsreiches Rockbiest eingespielt, das mit traditionellen Werten punktet, dem aber jeglicher altmodischer Muff abgeht. Alleine diese Tatsache ist aller Ehren wert.

Sollte man man reinhören!

Trackliste:
1. Black Nights
2. Down
3. Road To Nowhere
4. Free Soul
5. Cage
6. Monotone
7. Amanita Muscaria
8. Riding The Wave
9. The Old Man
10. My Everything
11. The Sound Of Yours

Sons Of Morpheus - Nemesis (Deep Dive Records, 31.03.2017)
4.4Gesamtwertung