Mit ihrem Anfang 2018 über Cruz del Sur veröffentlichtem Debütalbum haben die Süddeutschen Old Mother Hell einen echten schwermetallischen Überraschungshit gelandet. Nun gilt es seinen guten Ruf weiter auszubauen. Und die Chancen dazu stehen mit „Lord Of Demise“ gar nicht schlecht.

Etwas scheint man auf dem aktuellen Album an den stilistischen Stellschrauben gedreht zu haben. Wo das Trio beim ersten Anlauf eine feine Mischung aus knackig präsentiertem Traditionsstahl und rauem Doom spielte, gesellt sich jetzt noch eine etwas epischere Schlagseite hinzu. Haben die drei Herren in letzter Zeit verstärkt Bands wie Atlantean Kodex gehört? Bei Songs wie dem heavy lostrottendem Opener „Betrayal At The Sea“ oder „Another Fallen Savior“ könnte man zumindest auf den Gedanken kommen. Der leicht angepasste Gesang trägt sicher sein Scherflein dazu bei.

Das steht der Band gar nicht so schlecht, aber im Kern bleibt man seinem mit dem Debütalbum eingeführten Markenkern treu. Bei schweren Nummern wie dem Titeltrack und „Estranged“ fühlt man sich sofort zu Hause. Lässiger und forscher nach vorne gehende Songs wie „Edge Of Time“ und „Shadows Within“ sorgen dafür, dass man nicht im düsteren Sumpf ertrinkt.

Und lässt man das Album mal geistig Revue passieren, erscheint es einem doch recht abwechslungsreich, auch wenn nicht mehr ganz so überraschend und in seiner Ruppigkeit mitreißend, wie das namenlose Debüt. Das ist aber auch nicht schlimm, denn Old Mother Hell überzeugen auch beim zweiten Anlauf!

 

Trackliste:
1. Betrayal At The Sea
2. Avenging Angel
3. Lord Of Demise
4. Estranged
5. Edge Of Time
6. Shadows Within
7. Another Fallen Savior
8. Finally Free

 

 

Photo-Credit: Marc Braner

 

Old Mother Hell - Lord Of Demise (Cruz del Sur Music, 23.10.2020)
4.0Gesamtwertung