Old Mother Hell – Old Mother Hell (Cruz del Sur Music, 23.02.2018)

Wie heißt es so schön? Man sieht sich immer zweimal im Leben! Ich kann mich noch gut an die empfehlenswerten fränkischen Prog-Thrasher Shapeshift und die engagierte Performance ihres Sängers Bernd Wener erinnern. Jetzt hat er eine neue Band, deren Debüt nun auf meinem (digitalen) Schreibtisch liegt. Mit dabei ist die Rhythmusgruppe der aufgelösten Mannheimer Prügelknaben Hatchery.

Wer aufgrund der anderen Betätigungsfelder nun meint, man hätte es hier mit einer Thrash-Combo zu tun, der irrt. Old Mother Hell spielen nämlich eine ziemlich lässige Mischung aus kräftigem Doom Metal und knackigem Heavy Rock. Wobei das Pendel weniger Richtung Lava-Sounds, als in Richtung nach vorne gehendem Metal ausschlägt. Diese Richtung überrascht irgendwie, klingt aber verdammt cool.

Der Sound ist schwer, die Band stampft wie ein wild gewordenes Rhinozeros durch die Botanik und über allem thront der kernige Gesang Weners. Um den Hörer bei der Stange zu halten, haut man immer wieder überraschend eingängige und damit effektive Refrains raus, die teilweise echt zum Mitgrölen einladen. Ich bin überrascht und geflasht, wie gut diese Mischung funktioniert. Das hat Wucht, ist enorm heavy und gleichzeitig angenehm geschmeidig und dürfte dem Doom-Kopf ebenso gut munden, wie Freunden traditionellen Stahls oder Heavy-Rockern der Marke Black Label Society oder Corrosion Of Conformity (auch wenn Old Mother Hell mit den letztgenannten gar nicht so viel am Hut haben).

Sechs Songs in rund 34 Minuten gibt es hier zu hören und keiner ist ein Ausfall. Mit „Old Mother Hell“ hat man sich glatt selbst eine epische Hymne gewidmet. Die kürzeren, knackigen Nummern liegen dem Power-Trio aber besser. Auch hier schafft man es, den Hörer ordentlich aufzuwühlen. Zum Beispiel mit dem anfangs schleppendem, dann hymnischen „Moutain“, dem hart polternden „Kneel To No God“ oder dem als Hit angelegten „Narcotic Overthrow“.

Die Metal-Überraschung des Monats kommt dieses Mal aus Baden-Württemberg und hört auf den Namen Old Mother Hell!

Trackliste:
1. Another War
2. Mountain
3. Narcotic Overthrow
4. Howling Wolves
5. Kneel to No God
6. Old Mother Hell

 

https://oldmotherhell.bandcamp.com/album/old-mother-hell

4.4