Die Kölner Ausgabe des Melodica Festivals ist mittlerweile auch schon fast wieder einen halben Monat her. Trotzdem folgen erst jetzt ein paar Zeilen von mir darüber. Und auch wenn ein Magen-Darm-Virus dazwischen lag, ist es nicht so, als ob ich nicht bereits vorher Zeit gehabt hätte mich an diesen Artikel zu setzen. Mehrmals versuchte ich es. Doch es wollte mir nicht einmal ansatzweise zu meiner eigenen Zufriedenheit gelingen. Es gelang mir nicht, das, was dieses Festival für mich auszeichnet, in entsprechende Worte zu kleiden. Aber dies war nicht alles. Hinzu kam mein Post Festival Blues. Allerdings fusste er hier nicht auf Exzess und Vegetieren abseits des „normalen Lebens“, sondern auf unheimlich viel, unheimlich schöner und bereichernder Musik sowie der ganz besonderen Stimmung des Melodica Wochenendes. So sehr ich daran auch labte, so schwer machte es mir anschließend darüber zu berichten. Ein kleiner, mitunter unzureichender Versuch einer Annäherung folgt. Und zum Glück bleiben auch die Bilder, die im Idealfalle für sich alleine sprechen…

Dem Melodica Gedanken verpflichtet, möchte ich keine subjektiven Höhepunkte des Wochenendes hervorheben. Freitag startete für mich sehr holprig. Ich war spät dran und das Rubinrot bereits mehr als gut besucht. Gedanklich brauchte ich lange, um mich einzulassen und anzukommen. Auch wenn das Rubinrot sich als Auftaktveranstaltung etabliert hat und längst mehr als eine Warm Up Party ist, sondern vielmehr als vollwertiges Teil des Kölner Melodica Festivals wahrgenommen wird, empfinde ich die dortige Atmosphäre etwas anders. Es ist mehr Raum für Bands und das Booking gestaltet sich musikalisch offener als an den beiden anderen Tagen, allerdings ist das Publikum oftmals auch lauter und ich empfinde es immer auch voller/enger. Neben bereichernder Musik war anschließend noch erfreulich viel Raum für Konversation, Wiedersehen und Austausch. Spätestens hier hatte mich das Melodica Festival wieder vollends.

Samstags und sonntags im Weltempfänger ging es dann bereits schon nachmittags los. Auch wenn mitunter befremdlich klingen mag, macht dieser früher Start viel vom Charme aus. Man findet gemütlich in den Festivaltag. Auch die Erneuerungen passten: so glückte die Entzerrung der Tage durch jeweils einen Künstler weniger als in den letzten Jahren. Während den Sonntag – als gelungenen Festivalausklang – die eher leisen Töne beherrschten, wartete der Festivalsamstag mit der Diversität seiner Künstler auf: von Bands über Solo-Künstler und Melodica Kooperationen fand sich alles. Zwischen und v.a. nach der Musik fand sich immer wieder Zeit für Austausch und Plausch. Künstler lauschten anderen Künstlern und das Publikum übte sich in Stille aus Ehrfurcht und Respekt vor Musik und Künstlern. Überhaupt das Publikum: wohin man auch schaute, sah man in die Musik vertiefte und versunkene und v.a. glückliche Menschen. Und das, obwohl es warm warm, die Luft stand und es so proppenvoll war, dass samstags erstmals ein Einlass-Stopp erlassen werden musste.

Für das großartige Festivalwochenende möchte ich dem Team um Fabio, Maik & Stefan, den Mitarbeitern von Rubinrot & Weltempfänger, allen Künstlern sowie dem Publikum danken. Es war ein wunderbar!
Ein großer Dank für die Fotos gebührt zudem auch Timo und v.a. Maike, die immer mal wieder meine Kamera entwendeten.