Eigentlich stand das Love A Konzert im Hamburger „Uebel & Gefährlich“ von Beginn an unter einem sehr guten Stern. Alles war wunderbar geplant, die Fahrt organisiert und es sollte zeitig los gehen, damit dem vereinbarten Interview mit den Jungs von Love A vor dem Konzert nichts mehr im Wege stehen sollte.

Aber leider kommt es manchmal anders und zweitens als man denkt, sollte doch ausgerechnet in dem Moment als wir uns auf den Weg von Cuxhaven nach Hamburg machten ein erneuter Wintereinbruch einsetzen. Aus den geplanten zwei wurden dann gefühlte fünf, aber effektive fast drei Stunden Fahrt und als wir nach nervenraubender Love A - Hamburg (Uebel & Gefährlich) - 17Parkplatzsuche dann den vierten Stock des ehemaligen Flakturms auf dem Heiliggeistfeld (direkt neben dem Stadion meiner Braun-Weißen vom FC St. Pauli 🙂 ) und somit mit dem „Uebel & Gefährlich“ die Konzert-Location des heutigen Abends endlich erreichten, erklangen gerade die Töne des zweiten oder dritten Songs der Support-Truppe von Freiburg… verdammte Hacke, also mit Fotos der Breisgauer aus Gütersloher war dann schon mal Essig!

Da Handys in Bunkern auch eher weniger als mehr funktionieren, sollten meine Kontaktversuche zu Karl (dem Schlagzeuger von Love A), mit welchem ich das Interview vereinbart hatte ohne Erfolg bleiben… schön, dass wir uns wenigstens am darauffolgenden Tag noch auf ein Mail-Interview verständigen konnten!

Love A - Hamburg (Uebel & Gefährlich) - 20Das, was ich neben dem ganzen hin und her und Rumgefrage, sowie der Suche nach diversen Bandmitgliedern noch von den Freiburgern mitbekommen habe, war für mich ganz feiner Leistungssport! Emopunk allererster Güte, mit derben Schlägen in die Magen- bzw. Schädelgegend… das große Finale mit ordentlich Rückkopplungen und Flackerlicht, so dass meine bessere Hälfte (und unsere Handwritten Fotografin) Dana irritiert fragte, woran man denn wohl merken würden, wenn man spontan einen „Epilepsie Anfall“ bekommt!

Kurze Zeit später war die Bühne dann leer und alles bereitete sich auf den Auftritt von Love A vor. Der Love A - Hamburg (Uebel & Gefährlich) - 14Merchandising-Stand stand quasi kurzzeitig vor der freundlichen Übernahme und auch der Bierverkauf trieb den Veranstaltern ein freudiges Lächeln ins Gesicht… wie sprach schon damals Detlef Buck so treffend im „Herr Lehmann“ Film: „Der Feind des Menschen ist die Dehydrierung.“ – Also ran an das kühle Nass!

Dann war es aber endlich so weit. Die Uhr zeigte 21.00 Uhr, der Platz in der allerersten Reihe war gesichert und so konnte dem Erlebnis nichts mehr im Wege stehen! Das „Uebel & Gefährlich“ war so gut wie ausverkauft, so dass beinahe 1000 Gäste für ordentlich Wärme und kuschelige Nähe sorgen sollten… mehr konnte man nicht erwarten!

Und dann ging die Party richtig los… Spiel, Spaß, Spannung und ein richtig, aber richtig gut aufgelegtes Quartett, dass spätestens nach dem zweiten Songs sämtliche Besucher – auch die oftmals als sehr zurückhaltend und reserviert bekannten Nordlichter – in Wallungen brachte. Diese Tatsache alleine verdient eigentlich schon ordentlich Respekt… genau so konnte es weiter gehen!

Love A - Hamburg (Uebel & Gefährlich) - 16Die gute Laune übertrug sich von der Band zum Publikum und in ebenso überschwänglicher Euphorie wieder zurück zu Jörkk, der Songs wie „100.000 Stühle leer“ oder „Trümmer“ wild gestikulierend zelebrierte und sichtlich ins Schwitzen kam. Aber auch mit der Vorliebe für die „Ramones“ wurde sich nicht zurück gehalten und „Lose Your Illusion“ oder „Der beste Club der Welt“ brachte den Saal dann endgültig zum Kochen!

Nachdem Jörkk sich gefühlte viertausend Mal dafür bedankt hatte, dass so viele Fans dem Aufruf der Band gefolgt waren und die Veranstaltung zu einem phantastischen Abend werden lassen würden, entschied er sich mit den Worten „ich stecke eh schon viel zu tief in eurem A****!“ dazu, nun auf Ansagen zu verzichten und lieber die verbleibende Zeit für Songs zu nutzen!Love A - Hamburg (Uebel & Gefährlich) - 28

Mit „Kanten“ und „Weder noch“ wurden die beiden Songs der exklusiv und in limitierter Auflage mitgebrachten Vinyl-Single erstmals live gespielt und zeugten mal wieder davon, dass die Jungs mit ihren sozial- und gesellschaftskritischen Texten genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind… und ehrlich: zwei wirklich geile Songs, kann man so unterschreiben!

Love A - Hamburg (Uebel & Gefährlich) - 8Als dann die „Augenringe“ nicht mehr zu verbergen waren und das „Modem“ auch nur noch qualmte gab es sogar kurz vor dem großen Finale, welches mit „Brennt alles nieder“ eingeleitet wurde, zaghafte Versuche von Stage Diving, wobei sich hier dann wieder das Klischee bestätigte, dass der Hamburger an sich ja dann doch lieber Genießer und Zuhörer ist und dieses „Rumgetrage“ auf den Armen der Menge doch eher „Tüddelkram“ ist!

Am Ende des circa 90minütigen Sets wurde dann noch ordentlich das SystemLove A - Hamburg (Uebel & Gefährlich) - 2 „gefickt“… und der Song war als krönender Abschluss genau richtig gewählt und Love A wurde noch minutenlang abgefeiert, obwohl sie ja schon die Bühne in Richtung Sauerstoffzelt verlassen hatten.

Leider ist ja immer alles schneller vorbei als man erhofft und aufgrund der langen Rückreise machten wir uns dann direkt nach dem Gig, oder besser gesagt während der letzten Töne der Zugabe, wieder auf die zweistündige Heimreise… nicht ohne jedoch direkt klar zu stellen, dass der Auftritt nicht unser letzter Love A Gig gewesen ist!

Kurze Frage am Rande: Kann mir jemand sagen, ob sich mp3-Dateien durch zu häufiges Abspielen abnutzen? Wenn es so sein sollte, dann wird die „Jagd & Hund“ im Auto die Tage ihren Geist aufgeben! 🙂

 

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