Die Entstehungsgeschichte des Debütalbums des US-Amerikanischen Duos HXXS ist mindestens so spannend wie das Album selbst. 2016 gegründet, ging man auf Tour und nahm es während dieser ersten Tour auf. Mal im Auto auf dem Parkplatz, mal im Hotelzimmer und überall wo sie sonst die Inspiration übermannte. Die Stücke wurden also spontan eingespielt und nicht durchkomponiert. Das Material wurde auf einer Festplatte gespeichert, welche dann leider gestohlen wurde und so musste das Duo das Album aus der Erinnerung heraus neu einspielen.

Das Ergebnis sind die 12 Stücke von „Year of the witch“, die mich spontan mal gleich an die früheren Alben von den Liars erinnern. Aus vielen elektronischen Elementen und Programmierungen wird ein sehr punkiger Sound zusammen gemischt, vertrackt-harsche Beats und ein kaum erfassbarer Klangkosmos aus unterschiedlichsten Sounds treffen auf den punkigen, meist weiblichen Sprechgesang.

Vielleicht ist dieser elektronisch verquere Sound, den dann und wann auch mal eine Gitarre durchzieht, mit dem aufgeregten und schrillen Gesang der perfekte Soundtrack für das seelenkranke Amerika unter dem Präsidenten mit der blonden Haarpracht. Dabei trifft das Duo eine gute Mischung aus schnellen und ruhigeren Stücken, aus nahezu reiner Avantgarde und doch mal wieder melodischen Elementen und das oftmals in nur einem Stück.

Sicherlich ein anstrengendes Album, das aber einen reichhaltigen Sound anbietet und wunderbar verrückte Rockmusik auf elektronischer Basis bietet.

Für freunde der Liars, aber auch Laurie Anderson und ähnlichen sehr empfehlenswert.

 

Trackliste:
1. Last Days of Magic
2. Double Down
3. Hail Mary
4. Learner
5. Up South
6. No Price On That Power
7. This Loss Of Blood Has Me Feeling Some Type Of Way
8. Their Satanic Majesty’s 3rd Request
9. Hard To Tell
10. Year Of The Knife
11. Ful Health
12. Build a Fire

 

 

Review von Gastautor WOLFGANG KABSCH

HXXS - Year of the witch (Captured Tracks, 18.10.2019)
4.5Gesamtwertung