Hotel Kali – Hotel Kali (Antime, 04.06.2021)

Hotel Kali ist ein neues Projekt der Berlinerin Theresa Stroteges, bekannt durch ihre beiden Projekte Soft Grid und Golden Disko Ship. Das Projekt und somit auch das Debütalbum gleichen namens entstand eher zufällig im Jahr 2018 als Theresa Stroteges im Auftrag des Goethe-Instituts in Indien unterwegs war. Über den ihr schon bekannten Promoter (und Musiker) Varun Desai fand sie in Debjit Mahalanobis Suyasha Sengupta a.k.a. Plastic Parvati zwei weitere Mitstreiter und Desai machte auch gleich selber mit.

Dieser Vierer hat nun also die sieben neuen Stücke (halt, es sind sechs plus ein Golden-Disco-Ship-Cover) zusammen geschrieben und eingespielt.

Und die Muik ist wie immer vorzüglich. Man erkennt sofort die Handschrift von Theresa Stroteges. Nicht nur die typisch wavig-psychedelischen Melodien mit viel Raum für feine Instrumentale von Gitarre, Violine und anderen. Auch der durchaus eingängige Sound und natürlich ist und bleibt ihre Stimme unverkennbar. Der Unterschied zu ihren anderen Projekten liegt in der ausgefeilten elektronischen Perkussion ebenso wie in den psychedelisch feingesponnenen elektronischen Sounds. Das indische Trio steuert wohl einen Großteil dieser Elemente ein und so ist natürlich auch ein indischer Anstrich mancher Elemente nicht verwunderlich.

Insgesamt sind die Stücke versponnener und feingliedriger und auch ein Stückchen langsamer als vieles von dem, was man sonst von ihr kennt – was aber bei dem brodelnden Perkussions- und Instrumentalmix im Sound nichts ausmacht. Außerdem gleicht das ein Stück wie “Viola Rave“ mit seinem stoischen elektronischen Oldschool-Discobeat, über den dann die Instrumente mit indischen Anklang sehr atmosphärisch streichen, wieder aus. Ein Mix aus John Carpenter und Blancmange – wunderbar.

So haben wir ein weiteres Highlight im Werk von Theresa Stroteges das ihren Fans sowieso gefallen wird, aber durchaus auch neue Hörer anfixen können sollte.

 

Trackliste:
1. Intro
2. Say When
3. Disco Shobar
4. Fake Horse
5. Viola Rave
6. Buntes Schwarz
7. Calm-Storm

 

Review von Gastautor WOLFGANG KABSCH
4.8