BLK JKS – Abantu / Before Humans (Glitterbeat, 21.05.2021)

Obwohl “Abantu / Before Humans” erst das zweite Album (neben einigen EPs und Singles) der südafrikanischen Band BLK JKS ist, kann die Band bereits auf eine fast 20-jährige Geschichte zurückblicken. Diese ist auch überaus spannend. Interessierte sollten einen Blick auf Wkipedia wagen.

Die Band mit dem sehr eigenen aber doch recht eingängigen Mix aus afrikanischer Musik ihrer Heimat mit Alternative Rock, Artrock und auch ein wenig Jazz und Funk veröffentlichte ihr erstes Album 2008 und erweckte damit das Interesse bei vielen bekannten Künstlern. Stellvertretend seien hier Dave Grohl, The Mars Volta oder TV on the Radio genannt. Der Hype um sie gipfelte in der Eröffnungsfeier zur Fußball-WM 2010 zusammen mit Dave Grohl und Alica Keys, bei dem sie ihren „kleinen“ Hit “Lakeside“ einem Millionenpublikum vor den Fernsehern präsentierten und das Stück gar Titelmelodie von EA Sports “Fifa 2010” wurde.

Anstatt des zu erwartendem weltweiten Durchbruchs verschwand die Band allerdings im Anschluss. Doch nun, 10 Jahre später (die Erstveröffentlichung des neuen Abums war bereits letztes Jahr) tauchen Sie mit einem neuem Album auf, und das hat sich gewaschen.

An der generellen Ausrichtung hat sich wenig geändert, sie sind vielleicht noch weiter in den Alternative und Artrock gerutscht und ein Stückchen melancholischer geworden. Der Mix ansonsten bleibt einzigartig: treibende und kräftige afrikanische Perkussion arbeitet eigentich ständig. Darüber liegen feine Alternative-Rock-Riffs und Melodien. Es wird auch viel Elektronik eingesetzt, die aber stets nur verzierendes Beiwerk ist, welches sich nicht in den Vordergrund drängt. Zusätzlich gesellen sich an den passsenden stellen herrliche Brass-Sounds, welche die wunderbaren melancholischen Melodien perfekt unterstützen. Als I-Tüpfelchen kommt der mehrstimmige Gesang obendrauf, der sich perfekt in den Sound einwebt.

Das Ganze ist perfekt eingespielt und arrangiert, die Platte hat einen durchgängigen Flow, die Songs gehen Konzeptalbum-artig ineinander über und der Spannungsbogen ist ebenso perfekt. Lange, melodische und melancholische Phasen werden durch aufbrausende Bläser, Chorgesang oder Rockriffs abgelöst und gehen dann wieder in fast waveartige Sounds über.

Ein fantastisches „Crossover“-Album, das Musik liefert, die so für sich einzigartig, aber nicht völlig fremdartig ist. Absolute Empfehlung.

 

Trackliste:
1.Yela Oh!
2. Running – Asibaleki / Sheroes Theme
3. iQ(w)ira – Machine Learning Vol 1
4. Mme Kelapile
5. Harare
6. Human Hearts
7. Yoyo! – The Mandela Effect / Black Aurora Cusp Druids Ascending
8. Maiga Mali Mansa Musa
9.Mmao Wa Tseba – Nare / Indaba My Children

 

Review von Gastautor WOLFGANG KABSCH
4.8