Alte Underground-Helden, die es nochmal wissen wollten Teil 1.543.789… oder so ähnlich. Tatsache ist, dass die Amis Hittman 1988 ihr feines, etwas Queensryche-lastiges Debüt an den Start brachten und es fünf Jahre später noch einmal mit dem gemäßigteren, aber keinesfalls unspannenden „Vivas Machina“ versuchten. Danach: komplette Funkstille. Mit dem fabelhaften Auftritt auf dem Keep It True 2018 war man allerdings zurück auf der musikalischen Landkarte und man wollte es noch einmal wissen.

Jetzt trägt die Reunion Früchte: das nicht gerade hoffnungsfroh betitelte „Destroy All Humans“, das erste Hittman-Album seit geschlagenen 27 Jahren. Und die gute Nachricht ist, dass es nicht wie einer Retroveranstaltung von ein paar ergrauten Herren klingt, sondern ziemlich lebendig und vor allem echt gut!

Mit seinem US Metal platziert man sich stilistisch irgendwo zwischen dem Debüt und dem Nachfolger. Kraftvoll und doch melodisch, vorgetragen von einem starken Sänger. So in etwa könnte man es auf den Punkt bringen. „Destroy All Humans“ macht den Queensryche der letzten Jahre durchaus Konkurrenz, übertrifft sie in einigen Punkten sogar. Speziell der Einfallsreichtum in Sachen Melodien gefällt und zeichnet Songs wie „The Ledge“, „1000 Souls“ oder den anfangs noch schleppenden Titeltrack aus. Es macht den Eindruck, dass die Platte von Song zu Song sogar immer besser wird. Ihren Abschluss findet sie dann im überlangen, enorm starken Epos „Love, ‚The Assassin‘“.

Und danach kann man nichts anderes, als beide Daumen nach oben zeigen zu lassen. Unnötige Reunions? In diese Kategorie gehören Hittman in dieser Form mit Sicherheit nicht!

 

Trackliste:
1. Destroy All Humans
2. Breathe
3. The Ledge
4. Code of Honour
5. Total Amnesia
6. 1000 Souls
7. Out in the Cold
8. Love, ‚The Assassin‘

 

Hittman - Destroy All Humans (No Remorse Records, 25.09.2020)
4.3Gesamtwertung