Damals in den 90ern war ich voll der Death-Angel-Fan, habe sie mehrfach live gesehen und die Megascheibe hieß damals „Act III“. Das ist ja nun Äonen her und ich war gespannt was Death Angel anno 2016 zu bieten haben. Ich muss gestehen ich habe ihre letzten Werke nur am Rande mitbekommen und so neugieriger war ich auf „The Evil Divide“.

cover

Der Opener „The Moth“ haut einem gleich erstmal schön in die Fresse und vom filigranen Speed der 90er ist eher wenig zu hören. Es gibt gleich mal die Thrash-Keule, aber es klingt null altbacken, sondern erfreulich frisch und schnörkellos. „Cause For Alarm“ brettert schon fast punkig weiter und ich habe beinahe Angst, dass sich der Stil von Death Angel komplett geändert hat. Aber nein, an den Riffs und dem melodiösen, harten Gesang erkennt man klar wen man hier im Player hat. Auch die Backing-Vocals sind gut eingesetzt.

Die über 30 Jahre andauernde Karriere hört man hier Null raus, im Gegenteil – es könnte auch eine junge Band hier zu Werke sein. Bei „It Can’t Be This“ kommen wir auch mal im Midtempo an, um bei „Hatred United“ gleich mal den Knüppel wieder rauszuholen. So geht es bis zum letzten Track weiter.

Die Produktion ist gut, allerdings hätte das Schlagzeug erwas mehr „Natur“ vertragen können.

Unterm Strich eine gute Thrash-Platte ohne große Highlights. Handwerklich Top und jeder Speed/Thrash-Fan sollte die neue Death Angel mal antesten.

 

Death Angel - The Evil Divide (Nuclear Blast, 27.5.2016)
4.0Gesamtwertung