Hossa, hier steht aber jemand auf Krawall, wenn man seine Verstärker gleich auf die Elf dreht. Oder man hat Humor, wenn man Spinal Tap zitiert. Oder beides. Egal. Die vier Schweden lassen es auf ihrer dritten Platte „This One Goes To 11“ jedenfalls ordentlich krachen!

Auf eine stilistische Einordnung kann man hier eigentlich pfeifen. Die Deadheads spielen einfach schmutzigen Rock’n’Roll, wie die Band auch unumwunden zugibt. „Power Rock ’n’ Roll“ sagt das Quartett selbst. Oder „Schweinerock“, sage ich. So nannte man das damals Ende der 90er, als die Hellacopters, Gluecifer oder die Backyard Babies die skandinavische Rockszene aufmischten. Ähnlich energiegeladen und unbeschwert geht es auch hier zu. Es wird ausgelassen in die Saiten gehauen und das Schlagzeug verprügelt. Aber stets mit einer gesunden Portion Lässigkeit.

Das verbindet die Deadheads mit 70er-Größen wie den New York Dolls oder gar den Rolling Stones, die in den gemäßigteren Momentan auch mal etwas durchscheinen. Zum Beispiel im melodiösen „Too Lost To Be Bound“ oder dem coolen „2 Steps Bevor The Fall“. Hier merkt man, dass man es nicht nur mit einer Horde „Haudraufs“ zu tun hat, sondern dass die Band durchaus Songs schreiben kann.

Und davon gibt’s jede Menge unterhaltsame Exemplare. Neben den genannten zum Beispiel auch das schrammelige „Don’t Mind The Ghost“, das launige „Somebody Along The Way“, das gemütlichere „My Time“ oder der das Album passabel abschließende Boogie „Status Low“. Eine Vinyl-Album-Länge Hörspaß ist absolut drin.

„This One Goes To 11“ ist eine feine Rock’n’Roll-Abfahrt ohne Mätzchen und mit viel Spiellaune.

Trackliste:
1. Black Out
2. Don’t Mind The Ghost
3. Somebody Along The Way
4. Manic Mondays
5. Too Lost To Be Found
6. The Plan
7.Instant Control
8. 2 Steps Before The Fall
9. Lucifer
10. My Time
11. Status Low

Deadheads - This One Goes To 11 (High Roller Records, 26.01.2018)
4.2Gesamtwertung