Da sind sie, die Meister der schlecht produzierten Musikvideos. Die schwedischen Clawfinger gelten – zurecht – seit ihrem Debütalbum „Deaf Dumb Blind“ also Pioniere des Crossovers und sind hier sicherlich sowohl zeithistorisch als auch musikalisch in einer Reihe mit Rage Against the Machine und Body Count zu nennen. Bands  die für mich als der Inbegriff der ersten Crossoverstunde und somit Wegbereiter für Bands wie Linkin Park, Papa Roach oder Limp Bizkit gelten. Man kann Clawfinger Vielleicht vorwerfen wenig innovativ im Laufe ihrer Karriere gewesen zu sein, müssen sie aber auch nicht. Ihr Sound ist bis heute so frei von alle anderem, dass man halt sofort erkennt wer da auf der Bühne steht. Dafür dass sie sich offiziell aufgelöst und nie wirklich offiziell wiedervereinigt haben, sind sie erstaunlich aktiv auf den Bühnen unterwegs und gastierten gestern in der Coesfelder Fabrik, um mit einem buntem Best-Of-Mix und einigen (wenigen) neuen Titeln aufzuspielen. Naja, ich bin halt so alt: Clawfinger bocken mich immer noch an und offenbar geht es nicht nur mir so. Die Hütte war kurz vor ausverkauft und der Altersdurschnitt erstaunlich niedrig. Hatte ich doch Generation 40+ erwartet, mischten sich erstaunliche viele Fans in die Halle, die sich die erste Platte sicherlich nicht im Releasejahr gekauft haben können.