Haloroid aus Nürnberg sind eine ziemliche Überraschung. Nicht nur das die Süddeutschen bisher völlig an mir vorbei gegangen sind und ich dadurch den arschtretenden Indierock gerade erst entdeckt habe, sondern auch das man stimmlich und technisch Überschneidungen zu den ganz großen der internationalen Indierockbands findet.

Von der Stimmung gelegentlich ein wenig The National, von den treibenden Rockmelodien ein wenig Foo Fighters und ab und zu der Gedanke an Placebo, was dann aber doch wieder mit „Naja, nee doch nicht“ zur Seite geschoben wird.

Auf jeden Fall kommt hier ab dem Opener „Imagine Me“ das Verlangen auf eine Liveshow auf. Das kann im kleinen Club genauso funktionieren wie im großen Stadionrahmen. So hören die Songs sich doch an wie für die großen Bühnen geschrieben. Zwar keine Neuerfindung, aber eine solide und technisch saubere Aufarbeitung aller relevanten Rockthemen, vereint in 5 Songs auf „Repeat Repeat Repeat“.

Und wenn in „Sheherazade“ tatsächlich noch eine Prise Scott Weiland in der Stimme von Sänger Dirk Mörsdorf mitschwingt, dürften Haloroid auch den letzten Zweifler überzeugt haben.

Vielleicht manchmal ein wenig aus dem „Indierock Rulebook“ abgeschrieben, aber durch die Bank fett gemacht. Eine großartige EP aus Nürnberg. Empfehlung!

 

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  1. Imagine Me
  2. Blow My Mind Out
  3. Lack of Trust
  4. Sheherazade
  5. A Heartbeat Away

 

Haloroid Homepage

Haloroid - Repeat Repeat Repeat (FinestNoiseReleases, 30.12.2016)
4.5Gesamtwertung