Vermutlich einer der wenigen Montage auf den sich einige Berliner mal so richtig gefreut haben. Schließlich sind Arch Enemy zu Gast im Huxley’s. Mit im Gepäck haben sie Jinjer, Tribulation und Wintersun. Eine lautstarke Kombination, die jedes Death-Metal-Liebhaber-Herz höher schlagen lässt. Das restlos ausverkaufte Huxley’s füllte sich enorm schnell, denn schon lang vor Einlass standen die ersten tapferen Fans in der Eiseskälte, um drin das Spektakel aus der ersten Reihe genießen zu können.

Auftakt an diesem Abend machte die Band Jinjer. Der Kontrast zwischen ihrem wirklich sehr cleanen Klargesang und den abgrundtiefen Growls lässt einige nicht schlecht staunen. Von außen lieb und brav gibt Sängerin Tatiana Shmaylyuk absolut Vollgas auf der Bühne. Man möchte kaum glauben, dass diese Geräusche tatsächlich aus dieser zierlichen Frau kommen – was man ja ebenfalls von Alissa nur zu gut kennt. Bühne frei für die schwedischen Tribulation. Vier düstere Gestalten betreten die Bühne, alle blass geschminkt. Gitarrist Jonathan Hultén schwebt wie ein Balletttänzer über die Bühne und zieht jegliche Blicke auf sich. Support Nummer 3 lässt nicht lange auf sich warten und so betreten Wintersun die Bühne. Das verhältnismäßig ruhige Publikum gerät plötzlich in Rage und grölt was das Zeug hält. Scheinbar sind eine ganze Menge Wintersun-Fans am Start. Allerdings dämpfen die langen instrumentalen Passagen, der ohnehin schon endlos lang erscheinenden Songs, etwas das Gemüt.

Und dann hat das Warten endlich ein Ende. Aus den Lautsprechern ertönt das Intro von Motörheads „Ace Of Spades“ und spätestens jetzt gibt’s im Huxley’s kein Halten mehr. Der Fußboden bebt. Mit „The World Is Yours“ eröffnen Arch Enemy ihr Set. Mit unfassbar viel Power und Energie performt Frontfrau Alissa White-Gluz, die leicht gesundheitlich angeschlagene sein soll – doch davon ist nichts zu spüren. Alissa motiviert und animiert die Fans zum mitklatschen und headbangen und macht einfach eine irre gute Figur auf der Bühne. Leider dürfen die Berliner den Song „Reason to Believe“ nicht live erleben, in dem Alissa zum ersten Mal in einem Arch-Enemy-Song ihren Klargesang einsetzt. Schade – tut dem Ganzen aber letztendlich auch absolut keinen Abbruch, denn dieser Abend war mehr als nur gigantisch.

Fotos: Gina Wetzler | www.ginawetzler.de