Die 2012 gegründete Band Trümmer, damals noch ein Hamburger Trio, wanderte lange im unentdeckten Bereich der Musikszene – ohne Webauftritte und Social Media Kram, bis sie 2014 ihr gleichnamiges Debüt-Album „Trümmer“ mit dem darauf enthaltenen Song „Wo ist die Euphorie?“ veröffentlichten. Zwischen Liebe und Politik fand Paul Pötsch, Sänger und Songwriter der Gruppe, schon damals die richtigen Worte und kreierte den ein oder anderen wunderbaren Indie-Song.

Weitere zwei Jahre später, am 29. April 2016, bringt die mittlerweile vierköpfige Band ihre zweite Platte raus. „Interzone“.

Trümmer waren schon länger für ihre Großstadttexte bekannt, aber mit den neuen Albumtracks zeigen sie, dass sie sich bis in das Nachtleben vorgedrungen haben, wie beispielsweise der Song „Gin Tonic & Wodka Soda“ zeigt. In den Lyrics von Pötsch hat sich einiges geändert. Er stolpert z.B. bei „Europa Mega Monster Rave“ durch diverse Sprachen, von Deutsch über Französisch bis zum Englischen.

„Europa feiert ’ne Party, jeder ist eingeladen. Und das Codewort lautet: Nie wieder Hasstiraden! L’amour toujours, L.O.V.E.!“

Sehr jugendlich abgedroschen hingegen wird man gleich mit dem ersten Track „Wir explodieren“ und folgender Textzeile begrüßt: „Wir sind die Kinder, vor denen uns die Eltern warnten.“ Erinnert mich persönlich an MySpace, SchülerVZ und co. Wollten wir nicht alle die sein, vor denen man andere warnt?

Ich denke, das Album war und ist ein wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung. Nach drei oder vier Mal hören hat mir dieses Album sogar Spaß gemacht und ich denke, die ein oder andere längere Autofahrt kann man damit gut überbrücken.

Im Großen und Ganzen wurde mit Interzone ein gutes Album geschaffen, welches die neu entdeckte Vorliebe zum Synthesizer zwischen den Gitarrenklängen hervorhebt. Man könnte auch klischeehaft sagen: Es ist eben das ’schwierige Zweite‘. Nicht ganz so stark wie das erste aber eben auch nicht schlecht.

 

Interzone

Tracklist:

  1.  Wir explodieren
  2.  Neoncity
  3.  Grüße aus der Interzone
  4.  Nitroglycerin
  5.  Dandys im Nebel
  6.  Wie betrunkene Astronauten
  7.  Europa Mega Monster Rave
  8.  05:30
  9.  Gin Tonic & Wodka Soda
  10.  Das Glitzern der Nacht
  11.  Wozu noch Angst

 

Übrigens: vom 26. bis 29.April eröffnen Trümmer die „Interzone Bar“ in der Grindelallee in Hamburg, natürlich mit großer Release-Party am Freitag (bereits ausverkauft). Danach zieht die Bar weiter, nach Berlin und Köln, um dort ebenfalls die neue Scheibe vorzustellen.

Trümmer - Interzone (PIAS Germany, VÖ 29.04.2016)
3.3Gesamtwertung