The Xcerts machen kleinen, aber feinen alternativen Rock. Hätten Jimmy Eat World bereits Ende der 80er in der ersten Alternative-Welle Musik gemacht, hätten sie vielleicht so geklungen wie diese Band. Trotz sonnigem Flair immer ein klein wenig melancholisch und vor allem gerne krachig im Abgang. Die Songs der Truppe kommen schnell auf den Punkt und sind stets ein Bekenntnis zu großen Pop-Gesten. Kein Wunder, dass die Band ihre Musik selbstbewusst als „Distorted Pop“ bezeichnet, klingt das Ganze doch stets ein wenig nach Getöse und dabei hat man stets die große Hook im Blick.

Da treiben klare Gitarren zackig voran und das Schlagzeug darf dazu dynamisch poltern. Dann kommen Songs wie das euphorisierte „Daydream“ oder „Wa Are Gonna Live“ raus. Die Band steht offensichtlich auf beschwingte und zeitgemäße Rocknummern mit dezentem Hymnenfakter, wie es auch „Feels Like Falling In Love“, „Crazy“ und „First Kiss Feeling“ welche sind. Allesamt recht gute Stücke mit einschmeichelnden Melodien. Die könnten aber gerne etwas ruppiger präsentiert werden. Denn die Produktion ist ziemlich glatt und poliert geraten. In einer besseren Welt würden die Xcerts damit durchaus im Radio gespielt werden. Aber, ihr wisst ja selbst: Tanzen, Liebe, Leben, Welt usw.

Sehr angenehm ist es aber auch, wenn das Trio etwas mehr in die Tiefe geht, wie bei der flächigen Ballade „Show Me Beautiful“, die allerdings ein wenig zu flauschig geraten ist. Dafür genießt man den angenehmen Swing von „Drive Me Wild“ und der sanft aufbauenden Abschlussnummer „Cry“. Wenn hier ein Saxophon auftaucht und die großen Melodiebögen ausgepackt werden, ist auch der Heartland-Rock eines Bruce Springsteen nicht allzu weit.

Am Ende ist „Hold On To Your Hear“ ein recht angenehmes, rockendes Wohlfühlalbum. Allerdings mehr „Pop“ als „Alternative“.

Trackliste:
1. The Dark
2. Daydream
3. Feels Like Falling In Love
4. First Kiss Feeling
5. Crazy
6. Hold On To Your Heart
7. Drive Me Wild
8. We Are Gonna Live
9. Show Me Beautiful
10. Cry

The Xcerts - Hold On To Your Heart (Raygun Records, 19.01.2018)
3.8Gesamtwertung