Wie ich gestern feststellte, war ich noch nie betrunken in Bremen. Das ist zwar schade, aber irgendwie zieht es mich auch immer nur für Konzerte nach Bremen und da fahr ich dann in der Regel. So auch gestern.

Nach einem kurzen Emailwechsel mit dem kanadischen Songwriter Rob Moir, der u.a. schon Frank Turner, Matze Rossi usw. supportet hat, war ich gespannt und wollte den Mann aus Toronto kennenlernen. Auf dieser Tour konnte man die komplett unterschiedlichen Venues ganz gut verfolgen. Da war von kleinen und intimen Konzerten bis zu historischen Spielstätten wie dem Alten Spital in Viechtach alles dabei.

In Bremen sollte es dann das schnucklige Heartbreak Hotel werden. Eine kleine Kneipe im schönen Viertel in Bremen. Zu meiner Überraschung war mir auch einer der Veranstalter nicht unbekannt (an dieser Stelle Grüße an Klaas und HB-People) und so war die Atmosphäre sofort freundschaftlich und entspannt. Auch die Vorabgespräche mit Rob waren super entspannt und ich habe selten so einen unkomplizierten und freundlichen Musiker getroffen.

Spannend finde ich ja auch, dass da jemand aus Kanada mit der Bahn wochenlang durch die Gegend tourt und möglicherweise kein Vermögen mit solchen Touren verdient. Ein wenig sprachlos war ich, als ich hörte, dass er schon 3 x in meiner Heimatstadt Cuxhaven spielte, ohne dass ich was davon wusste. Wohnzimmerkonzerte halt. So schön und intim sie auch sind, so wenig Reichweite haben sie für die Musiker.

Um 21.00 Uhr startete auf jeden Fall das erste Set und zu meiner Freunde füllte sich das kleine Heartbreak Hotel nach und nach und ein sichtlich zufriedener Rob Moir spielte sich durch seine Platten. Besonders die mehr als symphatischen Ansagen, die ja bei Songwritern immer mehr als wichtig sind, haben auch den letzten Tresenhocker auf seine Seite gezogen. Großartiger Typ!

Um 22.00 Uhr endete das Set, nachdem ich auch noch meinen Lieblingssong „Love is a House on Fire“ hören konnte. Und was soll ich sagen? Live noch wesentlich geiler als auf Platte. Vor allem auch stimmlich.

Da ich als Provinzgurke ja immer mit Anfahrten zu kämpfen habe, habe ich dann auch vor dem zweiten Set den Heimweg angetreten. Aber hier muss nochmal ein Statement her: Geht mehr zu diesen kleinen Konzerten! Musiklieberhaber können keine bessere Gelegenheit bekommen Musik zum Anfassen und vor allem so unmittelbar zu erleben.

Danke an die ehrenamtlichen Bremer Veranstalter, das Heartbreak Hotel und vor allem den tollen Rob Moir.