Herzlich Willkommen in den 80igern!

Leute, was ist denn nun los… haben sich der ehemalige Joy-Division Basser Peter Hook mit dem früheren Kissogramm-Mitglied Jonas Poppe vereint und auf einem gemeinsamen Orient-Urlaub begonnen Songs zu komponieren?

Selbiges könnte man denken, wenn man sich das neue (und damit erste) Album der Berliner Boy-Band von Oum Shatt vornimmt. Unter dem gleichen Titel hat Jonas gemeinsam mit Chris Imler (`Die Türen´, `Jens Friebe´), sowie Hannes Lehmann (`Contriva´) und Jörg Wolschina ein Album voller orientalischer Harmonien, hypnotischer Rhythmen und entspannter Rock-Beats entworfen.

Schon der Opener „Power to the Women of the Morning Shift” beleuchtet Krisen und auch der Rest der Songs ist lyrisch eher in düsteren Gefilden unterwegs… so beschäftigen sich Oum Shatt gerne mit Themen wie Furcht, Flucht und Bedrohung, ohne solch Nebensächlichkeiten wie Politik und Sex außen vor zu lassen – immer aber auch auf ihre eigene humorvolle Art!

Die sanft und minimalistisch gehaltenen Gitarren tragen ihren Teil dazu bei, dass alles eher ein wenig gebremst und zurückhaltend zu sein scheint… aber spätestens wenn Jonas in eine gewisse Hysterie verfällt und „Ya Ya Ya“ zum Besten gibt kommt Tempo ins Spiel!

Abgedrehte Scheibe… was anderes fällt mir gerade nicht ein!

Wer sich irgendwo gut zwischen dem Post-Punk der 80iger, Surf-Rock („Bangladesh“), psychedelischen Sounds („Gold to Straw“), New Wave („Trains, Trains“) oder entspannter Pop-Musik und experimentellen Klangarrangements gut aufgehoben fühlt kann hier gerne zugreifen…

… ich persönlich bin zwar angetan, aber mindestens genauso verwirrt und muss wahrscheinlich noch einige Male mehr reinhören!

Oum Shatt haben es zumindest musikalisch geschafft die Mauern zwischen Orient und Okzident einzureißen… nun muss nur noch der Rest folgen und alles wird gut!

 

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Titel:
1. Power to the Women of the Morning Shift
2. Madame O.
3. Hot Hot Cold Cold
4. Bangladesh
5. Silent Girl (With Silly Scarf)
6. Delta
7. Gold to Straw
8. Ya Ya Ya
9. Trains, Trains
10. Tripped Up / Laid Low
11. Fairground Affairs
12. Lakonie

Oum Shatt – FACEBOOK

Oum Shatt – Oum Shatt (27.05.2016 – Snowhite Records / Rough Trade)
3.5Gesamtwertung