Schon im Vorfeld zur Veröffentlichung des neuen Albums „Malina“ haben die norwegischen Progger Leprous Andeutungen gemacht, dass man sich musikalisch ein wenig verändert. Nachdem mir besonders die letzten beiden Studioalben der Band und das im November 2016 veröffentlichte Livealbum „Live At Rockefeller Hall“ gefallen habe, war ich natürlich sehr auf das neue Songmaterial gespannt.

Mit Spannung habe ich also das neue Leprous Album gestartet und mich überraschen lassen. Klar, eine Band mit so vielen Facetten lässt sich schwer in eine Schublade pressen. Hört man sich „Malina“ an, dann merkt man, dass die Progressive Metal Schublade den Norwegern in den letzten Monaten oder vielleicht auch Jahren viel zu klein geworden ist. Auf „Malina“ präsentieren sich Leprous vielseitiger denn je. Die harten Metalparts sind noch in ein paar Songs zu finden, ansonsten widmen sich die Norweger aber dem Progressive Rock, vielschichtigen Arrangements, zerbrechlichem Gesang und ganz viel Emotionen. Aber Achtung, hört man in den direkten Vorgänger „The Congregation“ herein, dann merkt man, so viel hat die Band nicht an ihrem Sound verändert, die Nuancen die angepasst worden sind, reichen allerdings auch „Malina“ in einem etwas leichterem und auch eingängigerem Licht erklingen zu lassen!

„Bonneville“ leitet das Album ein. Und schon hier kommt die luftige, leicht Musik zum Tragen. Feine Bassarrangements, der leise und fast gesäuselte Refrain klingen zunächst ungewohnt! Zur Mitte des Songs nehmen Leprous deutlich Tempo auf und lassen es ein wenig krachen. „Stuck“ wird rockig eröffnet, der Song ist sehr gradlinig und für Leprous Verhältnisse eingängig.

Meine Probleme habe ich mit dem Titelsong. „Malina“ lebt zunächst vom Gesang und den leisen Hintergrundtönen im weiteren Verlauf stoßen Bass und Schlagzeug zur Instrumentierung hinzu und ab hier wird es dann verwirrend. Irgendwie möchte das Alles nicht passen und der Song driftet in ein Chaos ab.

Abgesehen von diesem Song gibt es auf dem Album aber viel zu entdecken, zum Beispiel das groovende „Coma“. Das progressive „Illuminate“ oder das mit Streichinstrumenten angereicherte „The Last Milestone“.

Ich bin mir sicher, „Malina“ wird nicht überall auf Gegenliebe stoßen. Ich mag das Album, muss mich aber noch mehr mit ihm beschäftigen um zu sehen (oder hören) ob man die Klasse der letzten Studioalben erreicht!

Spannend!

01. Bonneville
02. Stuck
03.From The Flame
04. Captive
05. Illuminate
06. Leashes
07. Mirage
08. Malina
09. Coma
10. The Weight Of Disaster
11. The Last Milestone

http://www.leprous.net

Leprous - Malina (InsideOut, 25.08.2017)
4.2Gesamtwertung