Conveyer! Hardcore!

Hier hat Victory für mich mal wieder was Nettes im Angebot. Die Herrschaften aus Minnesota ballern uns hier 11 Songs um die Ohren, die eine Energie haben, wie ich sie lange nicht gespürt habe.

Das Gaspedal bleibt fast durchgehen durchgetreten und Shouter Ty Brooks brüllt sich hier die Seele aus dem Leib, während an der einen oder anderen Stelle zwar die melodische Ader leicht durchblickt, aber nie in zu seichtes Fahrwasser abrutscht. Auch kann ich an dieser Stelle alle beruhigen, die genauso angenervt sind wie ich von ständig gleich klingenden Metalcore und Posthardcore-Trallala VÖ. Hier geht es in eine völlig andere Richtung und das ist auch gut so.

Mit „Cage“ treffen wir auf der Achterbahnfahrt dann auch eine Ballade, die durch den trotzdem gut gebrüllten Einsatz von Brooks automatisch die Augen schließen, sich auf die Lippe beißen und den Kopf wippen lässt. Großartig!

Da es mit „Eulogy“ anschließend gleich wieder in den nächsten Looping geht, ist sowieso alles im Lot.

Die Mischung an Melodie und Hardcore-Energie gefällt mir sehr, auch wenn ich zugeben muss, dass ich vorher noch nie etwas von Conveyer gehört habe. Die erste Scheibe auf Victory sorgte laut eigenen Angaben für Begeisterungsstürme bei der gesamten Band, was sich auch durch das jahrelange Fan-Dasein der jungen Typen erklärt. Da kann man machen was man will, aber wenn leidenschaftliche Fans zu so leidenschaftlichen Musikern ihres heiß geliebten Hardcore oder auch Punk werden, wird es fast immer mitreissend. Und das ist es hier geworden. Ich bin auch Fan. Jetzt u.a. auch von Conveyer!

Da die Scheibe so gar keine Ausfälle aufweist, bleibt mir nur eine bedingungslose Kaufempfehlung für freunde von melodischen Hardcoregebrüll!

 

VR730_Conveyer

 

  1. Shining
  2. Haven
  3. Nothing
  4. Waste
  5. Cage
  6. Eulogy
  7. Ruined
  8. Resist_Admit
  9. Daughter
  10. Blister
  11. Impatience
Conveyer - When Given Time To Grow (04.09.2015, Victory Records)
4.8Gesamtwertung