Ist das noch Postrock was das polnische Quartett Tides From Nebula auf ihrem vierten Album „Safehaven“ machen? Oder war die Band jemals überhaupt Postrock? Denn Bands wie Mono oder Mogwai waren an den Orten, die Tides From Nebula bereisen, schon lange vor ihnen. Also regressiver Postrock?

Lassen wir dieses blöde Schubladenspiel und stellen mal fest, dass Tides From Nebula einfach nette instrumentale Rockmusik machen. Perlende Gitarren, weit ausgelegte Klangteppiche, fein voran schreitende Rhythmen, selbst in lärmigen Parts immer noch angenehme Melodien – das ist das, wofür die Band steht.

Man kann sich davon treiben und schöne Bilder ans innere Auge malen lassen. Für überraschende Klangeruptionen sind andere zuständig. Diese Band hält lieber alles im Fluss. Etwas Bombast wird gerne genommen, doch ein echter Rockfaktor kommt nicht auf. Tides From Nebula sind gute Klangmaler, selbst wenn sich das eine oder andere Bildchen in den einzelnen Nummern wiederholt.

Das ist echte, ein wenig verträumte Wohlfühlmusik, mit der man vom hektischen Alltag abschalten kann. Platte rein, Beine hochlegen und die Welt draußen selbst ihrem wilden Treiben überlassen. Klar, allzu tiefgründig ist „Savehaven“ damit nicht. Etwas ambientes hat das Ganze schon, so dass die Platte durchaus auch als Hintergrundbeschallung taugen dürfte.

Aber wer sich daran nicht stört, bekommt eine knappe Dreiviertelstunde recht schöne, fein konstruierte Musik ins Haus geliefert.

Tides From Nebula - Safehaven

Trackliste:
1. Safehaven
2. Knees To The Earth
3. All The Steps I’ve Made
4. The Lifter
5. Traversing
6. Colour of Glow
7. We Are The Mirror
8. Home

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Tides From Nebula - Safehaven (Long Branch Records, 06.05.2016)
3.8Gesamtwertung