Am 12.04.2017 hab ich mich nach Hamburg aufgemacht, um im schönen Logo ein Interview mit dem Nathan Gray Collective und zur Show mit The Devil’s Trade.

Der kleine Club war zwar nicht ausverkauft, aber gut gefüllt. Und als sich der Mann mit dem schönen Schnurrbart und der Kapuze über dem Kopf auf die Bühne setzte und die ersten Töne spielte, war ich erstmal sprachlos. The Devil’s Trade ist eine erstklassige Folkshow, die unter die Haut geht. Dabei kann man den Herren aus Ungarn gar nicht so in eine Schublade packen, denn mit Banjo, Akustikgitarre, E-Gitarre und Effekten und vor allem mit seiner mega großartigen Stimme zieht er einfach die Zuschauer in seinen Bann. Und selten war das „in seinen Bann ziehen“ so treffend wie hier. Düstere Folkmusik habe ich nie besser gehört und schon jetzt ist The Devil’s Trade eine DER Neuentdeckungen 2017 für mich und so musste ich auch wieder eine Platte kaufen. Isso.

Als nach einer kleinen Umbauphase das Nathan Gray Collective die Bühne bestieg, war eine gewissen Anspannung im Publikum zu spüren. Alles war gespannt, wie der Sound der neuen Platte live klingt. War man von Nathan Gray bisher eher die Hardcoreshows gewöhnt, sollte einen hier etwas völlig anderes erwarten.

Die düsteren Klänge waren aber trotz Sprüngen durch Genres wie Folk, Industriel, Gothic, Rock durch die Bühnenpräsenz eines Nathan Gray so voller Energie, dass man im Publikum nur in begeisterte Gesichter blickte. Ich hab beim Fotografieren und beim Gang durch die Menschen auch nur positives Feedback gehört.

Die Neuausrichtung von Nathan Gray und sein „Ich scheiß drauf und mach worauf ich Bock habe“ tut ihm sichtlich gut und Menschen die neue Musik entdecken wollen genauso. Trotz aller Skepsis im Vorfeld, bin ich Fan vom Nathan Gray Collective. Fan von dieser Musik, die eine Atmosphäre erschafft, die in Wellen durch das Publikum geistert und mitnimmt.

Wer allerdings Menschen in schwarzen Kapuzen und auf der Bühne geschlachtete Tiere erwartete, wurde enttäuscht. Gut so! Bis auf seinen kleinen Altar und dem ständig mitschwingenden Gefühl das diese Show eine Art Ritual ist, gab es keine satanistischen Showeffekte. Und das hatte die Show auch nicht nötig. Danke Nathan Gray! Danke Daniel E Smith! Und danke The Devil’s Trade! Großartiger Abend!

 

Fotos/Text: Sven Hoppmann

melancholie maritim photographie