Langeweile und Kreativlosigkeit kann man Mina Caputo ja wahrlich nicht vorwerfen, hat sie doch mit „Love Hard“ vor gut einer Woche ihr bereits insgesamt achtes Solo-Album veröffentlicht!

Neben ihrer Tätigkeit als Frontfrau von `Life of Agony´, welche ja aktuell ebenfalls an einem neuen Album arbeiten, treibt sie weiterhin ihre Solo-Karriere voran… die neun neuen Songs sind wieder ein gutes Beispiel für ihre melancholisch verträumte Eigenständigkeit.

Drei geschlagene Jahre nach dem erstmals unter neuem Namen (zuvor trat sie noch als Keith Caputo auf) veröffentlichten Album „As Much Truth as One Can Bear“ knüpft Mina musikalisch gekonnt an und man glaubt ihr jedes Wort… über ihre Hoffnung, den Schmerz, die Freude, quasi über alles was sie in letzter Zeit bzw. eigentlich schon immer bewegt hat!

Schon der Low-End-Klavier Titelsong „Love Hard“ packt mich und mir fällt beim ersten Durchgang schon auf, das Mina Caputo dieses Mal viel Wert auf Tasten, aber mindestens ebenso viel auf mehrstimmige Gesänge gelegt hat… „Upturned Faces“ ist ein bewegtes und temporeiches Beispiel hierfür.

Wer ein wenig auf Elektro steht sollte sich der angenehmen, atmosphärische Stimmung von „Do Do Do Do“ hingeben… leicht experimentell, aber nach mehrmaligem Hören kann sogar ich mich damit arrangieren.

Bei „Close To Me“ beeindruckt Mina mit ihrem gequälten Gesang, der sich langsam aufbaut und den Song zu einem triumphalen Höhepunkt führt. Auch die darauf folgenden Songs „Girl in the Velvet Band“ und „Doll Poem“ lassen mich in einer eigenartig depressiven Stimmung verharren…. wenn da nicht eine leichte Country Note mitschwingen würde, ich würde mich nach den drei Songs direkt mal nach einem Termin bei meinem Therapeuten erkundigen!

Wieder ein wenig elektronischer kommt „Lonely Wolf“ daher, bevor der experimentelle Track „Lifeline of a Stranger“ mich dann doch zum Telefon greifen lässt… meine Güte, schwere Kost!

Abschließend noch der Coversong „Bette Davis Eyes“, welcher bereits 1981 von Kim Carnes aufgelegt wurde und ebenfalls ein wenig angenehme Verwirrung bei mir erzeugt.

Ein ehrliches raues Album mit wenig Ecke, aber einigen Kanten… Fans von Mina Caputo sind hier wieder einmal genau richtig aufgehoben. Fans der härteren Gangart können sich mit „Love Hard“ gut die Zeit bis zum nächsten `Life of Agony´ Album vertreiben!

 

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Titel:
1. Love Hard
2. Upturned Faces
3. Do Do Do Do
4. Close to Me
5. Girl in the Velvet Band
6. Doll Poem
7. Lonely Wolf
8. Life Line of a Stranger
9. Bette Davis Eyes

 

HOMEPAGE

Mina Caputo – Love Hard (Kill the Artist Recordings, 18.05.2016)
4.0Gesamtwertung