Nathaniel Rateliff & the Night Sweats sind wieder on Tour und haben das neue Album „Tearing At The Seams“ im Gepäck. Knapp anderthalb Jahre nach ihrem letzten Gastspiel in Köln gaben sich die Herren diesmal im E-Werk die Ehre.

Schon die Vorband Slim Cessna’s Auto Club“ spielte vor einer gut gefüllten Halle und gab ihren Gothabilly / Alternative Country zum Besten. Schwer und düster mit, zum Teil, theatralischer Perfomance spielten sie ihr Set und wurden dabei bereits bei einem Song von Nathaniel tatkräftig unterstützt – zwar nicht stimmlich, aber dafür beim einstudierten Line Dance. Das Publikum bejubelte diese Einlage und zeigte sich bereit für den Hauptakteur an diesem Abend.

Während sich die Halle immer weiter füllte, war die Umbaupause im vollen Gange. Das Publikum war bunt gemischt, von Baby bis 60+. Aber bereits beim ersten Song von Nathaniel Rateliff & the Night Sweats war klar, was alle gemeinsam hatten. Das Licht ging aus, die 7 Bandmitglieder nahmen ihre Plätze ein, die Musik ertönt, Nathaniel betrat die Bühne und das Publikum tanzte. Wippte. Schunkelte. Von diesem Zeitpunkt bis zum letzten Ton des Konzerts. Kaum einer stand still. Die Stimmung war unglaublich positiv und spiegelte die gute Laune der Protagonisten auf der Bühne wieder, welche sich querbeet durch die alten und neuen Songs spielten.

Trotz der, nicht wirklich optimalen, Akustik der Location drang Rateliff’s unnachahmliche Stimme gewohnt gefühlvoll und kraftvoll-kratzig durch das E-Werk und fügte sich perfekt in die Klänge der verzerrten Gitarren, der Hammond-Orgel und der schweren Bläser ein. Auch seine, zwischendurch immer wieder zum Besten gegebenen, Tanzkünste wurden vom Publikum mit großem Beifall belohnt.

Als zum Ende hin dann noch „I need never get old“ und die Hit-Single „S.O.B.“, mit der Nathaniel Rateliff endgültig den internationalen Durchbruch schaffte, gespielt wurden, verwandelte sich die Halle in einen großen Tanzsaal. Die Menge klatschte enthusiastisch im Rythmus, sang aus voller Kehle und tanzte bis zur letzten Reihe während Nathaniel Rateliff & the Night Sweats voller Leidenschaft die Songs zelebrierten. Die Energie, die spätestens jetzt auf alle Konzertbesucher überschwappte hätte positiver nicht seien können.

Nach 2 Zugaben und etwas über 90 Minuten gingen die Lichter an und man schaute in die zufriedenen Gesichter des Publikums, welches langsam das E-Werk verließ.

 

(Text u. Fotos: Timothy O’Sweebe )