(english below)

Am siebten August hatte ich vor dem Konzert ein Treffen mit Jean-Paul Gaster, dem Schlagzeuger von der amerikanischen Funk-,Rock-,Stonermetal Band CLUTCH. Er ist auch bekannt aus Bands wie FIVE HORSE JOHNSON und KING HOBO.

CLUTCH wurde 1991 in Maryland gegründet und hat bis heute, 25 Jahre später, immer noch die gleichen Bandmitglieder.

Neben JP sind noch Neil Fallon (Stimme, Gitarre, Mundharmonika), Tim Sult (Gitarre) und Dan Maines (Bass) in der Band.

Das neueste Album betitelt auch den Tournamen, Psychic Warfare, und wurde 2015 über ihr eigenes Label weathermaker veröffentlicht.

Bis zum heutigen Tag hat die Band 11 Alben veröffentlicht und sie spielen im Schnitt 120 Konzerte pro Jahr, was ich persönlich sehr beeindruckend finde.

 

Niklas: Hallo, wie gehts dir?

JP: Gut. Danke.

Niklas: Gestern Wacken, heute Bremen, vier Konzerte sind für diesen Monat in Deutschland noch übrig. Wie läuft die Tour und wann kommt Ihr nach diesem Monat wieder nach Deutschland?

JP: Die Tour läuft großartig. Wir spielen heute die dritte Show. Es dauert immer eine Weile rein zu kommen, aber wir mögen es, nach Deutschland zu kommen. Als wir 1993 mit BIOHAZARD getoured haben, waren wir das erste Mal hier und es war großartig. Ich liebe Deutschland, das Essen, das gute Bier und die Menschen lieben Rock’n’Roll. Was will man mehr?

Wir werden im November und Dezember wieder in Europa sein und wir werden auch wieder in Deutschland spielen, aber ich kann dir gerade nicht genau sagen in welcher Stadt.

Niklas: Bist du das erste Mal hier in Bremen?

JP: Ich glaube schon. Ich kann mich nicht erinnern hier schon einmal gespielt zu haben.

Niklas: Aber du hattest schon etwas Zeit dir hier etwas anzuschauen oder nur diesen Park, in dem wir gerade sitzen?P1020214

JP: Nur diesen Park und diese Parkbank. Das ist alles.

Niklas: Hast du Pläne, dir nach dem Konzert noch etwas die Stadt anzuschauen oder werdet ihr direkt nach dem Konzert schon weiter fahren?

JP: Wir werden direkt nach dem Konzert nach Kopenhagen fahren. Ich laufe nicht viel herum um ehrlich zu sein. Ich trinke meinen Kaffee am Morgen und dann gehe ich vielleicht in einen Park oder ähnliches. Sonst übe ich und ich verbringe Zeit am Drumpad oder am Schlagzeug.

Niklas: Wacken, ein großes Metalfestival. Was sind deine Eindrücke?

JP: Super! Tolle Stimmung – Wir haben beim Sonnenuntergang gespielt. Es war ein sehr regnerisches Wochenende und mit dem Start des Konzerts hat der Regen aufgehört. Ich denke jeder war sehr angetan davon. Es war eine schöne Nacht, eine gute Stimmung und ich denke wir haben auch sehr gut gespielt.

Niklas: Kannst du Wacken mit amerikanischen Festivals vergleichen?

JP: Ja, ich denke, dass speziell dieses Festival so metal-orientiert ist; das sieht man nicht sehr oft in den Staaten. Es gibt ein paar Metalfestivals, die sind jedoch meist kleiner, da das Publikum für diese Art von Festival oft nicht ausreicht um so ein großes Festival wie Wacken zu unterstützen. Da sind wir noch nicht angekommen.

Niklas: Beschreibe Clutch in 3 Sätzen.

JP: Ich kann Clutch in 2 Wörtern beschreiben und das ist Rock’n’Roll.

Niklas: Wie fühlt es sich an, seit 1991 der Schlagzeuger von Clutch zu sein?

JP: Das ist der beste Job der Welt. Ich genieße es jetzt mehr als vor 25 Jahren. Ich liebe es in dieser Band zu sein, ich liebe es mit den Jungs zu spielen, touren und tun, was wir halt tun.

Weißt du, für mich ist es die beste Sache der Welt.

Niklas: Eine Band mit einer Aufstellung die sich seit 25 Jahren nicht verändert hat – ich gratuliere, aber wie habt ihr das gemacht?

JP: Ich weiß es nicht. Ich denke eine der Sachen die uns zusammen hielt über die Jahre war, dass wir, als wir die Band gegründet haben, nur zwei Ziele hatten – wir wollten gute Shows spielen und gute Aufnahmen und Alben produzieren. Das war es eigentlich schon. Die Idee, eine Karriere aus der Musik zu machen, war zu dieser Zeit noch nicht geboren. Wir waren 19 Jahre alt und wir haben über sowas nicht nachgedacht.

Und jetzt sind wir hier – 25 Jahre später – mit der Möglichkeit, eine Karriere daraus zu machen. Letztendlich machen wir immer noch das Selbe. Wir versuchen stets gute Shows zu spielen und gute Alben aufzunehmen. Das hat uns am Ball gehalten und ebenso eine Menge unwichtiger Sachen verschwinden lassen. Es gibt viele Sachen in der Musikindustrie, die nur sehr wenig mit der Musik zu tun haben. Wenn wir uns also nur auf diese zwei Sachen konzentrieren, eliminiert es eine Menge von dem Müll.

Niklas: Ist die Band für dich eine Band mit Freunden oder eher eine Familie?

JP: Beides. Wie du weißt, kennen wir uns alle schon für eine ganze Weile. Jeder ist auf selbst gewachsen, auch als Musiker. Wie sind Freunde, wir sind Familie und wir sind Geschäftspartner.

Niklas: Kannst du beschrieben, wie ihr eure Lieder schreibt? Passiert es einfach so beim Jammen, sodass daraus die Songs aus dem Nichts entstehen?

JP: Ja, genau so. Wir kommen zusammen und spielen und das ist wirklich wie alle Lieder ihren Anfang genommen haben. Es gibt keine Methode für das Zusammenbauen eines Liedes. Es ist nicht so, dass wir einen Verse schreiben und Neil dann einfach Text dazu fügt.
Es könnte alles sein. Es kann mit einem Schlagzeugpart beginnen, aber auch mit Text oder es fängt mit einem Teil des Chorus an.

Ich glaube auch, dass es ein Teil des Schönen ist, dass wir nicht in einen Trott fallen.

Niklas: Was können die Leute von einem Konzert von euch erwarten?

JP: Ich denke eine Sache ist, dass wir die Setlist jeden Abend ändern. Gestern war ich an der Reihe, heute ist es Neils und dann Tim und dann Dan. Und dann fängt es wieder von vorne an. Aus diesem Grund ist jede Show individuell. Es gibt immer Momente, in denen wir ein bisschen improvisieren können und das macht die Show sehr aufregend.

Ich denke es ist schon etwas, eine Band wie uns auf der Bühne zu sehen und sich daran zu erinnern, dass wir nicht einfach Bandproben runter spielen. Wir versuchen jeden Abend eine neue Energie zu kreieren, und durch das ständige Wechseln der Liedreihenfolge und dem dadurch resultierenden wechselnden Tonus, genau dazu beitragen.

Niklas: Ich mag eure Musik wirklich gerne und meine Lieblingsalben sind “elephant rider“ von ’98 und „blast tyrants“ von ’04. Danach habt ihr noch 8 weitere Alben veröffentlicht (bisher insgesamt 11), was ziemlich beeindruckend ist – insbesondere euer letztes Album „psychic warfare“, welches auch den Namen der Tour trägt.

Wie denkst du über die alten Alben im Vergleich zu den Neueren?

JP: Also jedes Album markiert einen Zeitpunkt in der Entwicklung der Band. Wir wollen uns nicht wiederholen, daher repräsentiert jedes Album eine Phase in der wir uns befinden – Gedanken und Umstände die gerade da sind. Ich bin sehr stolz auf die alten Alben. Jedes Album hat seine eigene Individualität, seinen eigenen Klang. Manchmal lerne ich ein Album erst nach einiger Zeit zu schätzen. Für mich ist “Elephant Rider” auch sein sehr gutes Album. Ich bin sehr stolz darauf.

Niklas: Was ist die Geschichte hinter „psychic warfare“? Kannst du unsern Lesern beschreiben worum es in dem Albem geht und was eure Inspiration war?

JP: Zum Glück schreibt Neil alle Texte. Meine Texte wären furchtbar. Als wir die Songs zusammengestellt haben, Neil hat die Texte für alle Lieder geschrieben, und als wir die Tunes gemixt haben, kam die Zeit um das Album zusammenzustellen. Als wir damit angefangen hatten, tauchte eine Geschichte auf. Das war keine Absicht, aber ich denke, das gibt dem Album mehr Gewicht.
Es gibt da also eine Geschichte, eine Person, die auf eine Reise geht und jeder Song stellt eine Phase in der Reise der Person dar. Nochmal, das war keine Absicht und es war nicht der Plan ein Konzeptalbum zu machen, aber als wir alle Tunes zusammengestellt hatten, ist diese Sache einfach entstanden.

Niklas: Ich würde jetzt gerne ein paar schnelle Fragen stellen: Bauernhaus oder Stadtwohnung?

JP: Bauernhaus.

Niklas: Autos oder Motorräder?

JP: Autos.

Niklas: Trip nach Japan oder Südafrika?

JP: Mhh, ja vielleicht Japan.

Niklas: Fleisch oder kein Fleisch?

JP: Fleisch..

Niklas: Strand oder Berge?

JP: Strand

Niklas: Katzen oder Hunde?

JP. Katzen.

Niklas: Wenn du ein Schlagzeug für den Rest deines Lebens spielen müsstest, welches würdest du nehmen?

JP: Wahrscheinlich mein 1963 Slingerland, das ich auch gerade spiele.

Niklas: Was sind deine Ideen und Wünsche für die Zukunft?

JP: Natürlich damit weiter zu machen, was wir gerade tun. Wir genießen es, Musik zu machen und auf Tour zu sein – wir wollen das noch mehr machen und wir freuen uns, etwas Zeit für uns zu haben und ein bisschen neue Musik zu schreiben.

Niklas: Hast du noch irgendwelche letzten Worte?

JP: Kommt zu unseren Konzerten.

 

zum –>Konzertbericht!<–


On August the 7th I met Jean-Paul Gaster (JP), the drummer from the band CLUTCH. Maybe you know him from bands like Five Horse Johnson and King Hobo, too. CLUTCH was formed in 1991 in U.S. Maryland and they still have the same lineup since the beginning.

The members are Neil Fallon (vocals, guitar, harmonica), Tim Sult (guitar) Dan Maines (bass) and on the drums Jean Paul Gaster. The newer records are published by their own Label weathermaker.

Until now, they released 11 records and they are playing approx. 120 shows per year, which is pretty impressive.

 

Niklas: Hello, how are you?

JP: Fine, thank you.

Niklas: Yesterday Wacken, today Bremen, 4 shows are left in Germany for this month. How is the tour going? When will you come back to Germany after this month?

JP: The tour is going great. This will be the third show tonight. It always takes a couple days to get aggravated. But we very much enjoy coming to Germany. This is a place that we started coming to in 1993 when we first toured with Biohazard back in the day. And it’s been great and I love Germany, great food, great beer, people love Rock’n’Roll. What more can you ask for?

We’ll be back to Europe in November and December time, so I’m sure that we’ll be back to Germany. I don’t recall exactly which city.

Niklas: So it’s the first time you are in Bremen right?

JP: I think so. I don’t remember playing here before.

Niklas: But you had some time to visit some places here or only the park we are sitting in right now?

JP: Only the park and this park bench. That’s about it.

Niklas: Do you have plans to visit the city after the gig or will you leave straight away?

JP: We will leave right after the gig and we will go to Copenhagen. I don’t walk around too much to be honest with you. I have my coffee in the morning and then maybe go to a park or something like that. But the rest of the day I try to practice, really. And I spend time on the drum pad or maybe on the drums.

Niklas: Wacken, a huge metal festival. What impressions did you have?

JP: Fantastic! Beautiful vibe – we played just as the sun was setting. It was a very rainy weekend, so by the time that we played yesterday, it had stopped raining and I think everybody was really excited about that. It was a beautiful night – great energy – and I think we played very well.

Niklas: Can you compare Wacken to similar American festivals?

JP: Yeah, I think that festival in particular is so sort of metal-orientated which is something you don’t see a lot of in the States. We do have some metal-type of festivals but the audience is not big enough to support a big festival like Wacken. We’re not there yet.

Niklas: Describe Clutch in 3 sentences.

JP: I can describe Clutch in two words – and that is Rock’n’Roll.

Niklas: How does it feel to be the drummer of Clutch since ’91?

JP: This is the best job in the world! I enjoy it more now than I did 25 years ago. I love being in this band, love playing with these guys, touring and doing what we do. You know, for me this is the best thing in the world.

Niklas: So a band with a line up, which never changed since 25 years. Congrats for that. How did you do that?

JP: I don’t know. I think one of the things that really, sort of kept us focused over the years was that when we started the band, we really only had two goals – we wanted to play good shows and we wanted to make good recordings. And that was really the end of it. The idea of making a career out of music was at that time not on our radar. We were 19 years old and we didn’t care about that kinda stuff. Fortunately here we are – 25 years later – being able to make a career out of it. At the end of the day, we’re still doing the same thing. We’re just trying to put on good shows and make good recordings. That keeps us focused and it also eliminates a lot of peripheral nonsense. There are a lot of things in the music industry that have really little or nothing to do with music. So when we can concentrate on those two things, I think it cuts out a lot of the crap.

Niklas: Is the band a band of friends or more a family for you?

JP: Both, really. You know, we’ve known each other for so long. We each continue to grow individually, as players it’s both. We’re friends, we’re family, we’re business partners as well.

Niklas: Can you describe your songwriting procedure? Is it more like jamming and then out of jamming the songs explode?

JP: Yes, that’s exactly it. We get together and we play. And that’s really the way all the songs start. But having said that, there’s no real one method as to how a song comes together. It’s not like we write a verse first and then Neil comes up with words. It could be anything, it could start with a drum beat, it could start with a lyric, it could start with an idea for a chorus. And I think that’s also part of the beauty, too, that we really try to not fall into a rut.

Niklas: What can people expect when visiting one of the gigs of your tour?

JP: I think the main thing is that we change the set list every night. So for instance last night was my turn to make a set list, tonight it will be Neil’s and then Tim and then Dan. And then we start over again. So because of that each show is individual. There are moments when we can maybe improvise a bit between the songs and that makes for an exciting show. I think the thing to remember though is when you see a band like us on stage – it’s not something that we rehearsed over and over and over again. We try to create new energy every night and so by changing the order of the songs, we’re changing the tone of the set list – it helps with that.

Niklas: I really like your music and my favorite records are “elephant rider“ from ’98 and „blast tyrants“ from ’04. After that you released 8 more records (in total: 11), which are awesome too – especially your last one „psychic warfare“, which is also the name of the tour.

How do you think about the old ones in comparison to the new ones?

JP: Well, each record sort of marks a time in the band’s development. We always make it a point to not repeat ourselves. So each record kind of represents a stage that we were in – the mindset that we were in at the time. I’m very proud of the past catalogue. Each record has its own individuality – it’s own tone. Sometimes I appreciate a record more after some years have gone by. I do think “Elephant Rider” was a very good record though. I am very proud of that one.

Niklas: What is the story behind „psychic warfare“? Can you explain to our readers what „psychic warfare“ is about and what is your inspiration?

JP: Well, fortunately Neil writes all the lyrics, first of all. My lyrics would be terrible. When we were putting the songs together, Neil was writing the lyrics for all the songs and once we had all the tunes mixed, it came time to actually sequence the album and as we started to sequence the record, the story kind of started to appear. It wasn’t intentional, but I think that’s also what gives it even more weight.

So there is a storyline and there is a character who goes on a journey and each song kind of marks a different stage in that persons journey. Again, it wasn’t intentional and the idea was not to make a concept record, but once we put all these tunes together this thing kind of formed.

Niklas: Now, I would like to ask some quick questions: Farm house or city apartment?

JP: Farm house

Niklas: Cars or motorcycles?

JP: Cars

Niklas: Trip to Japan or South Africa?

JP: Uh yeah, maybe Japan

Niklas: Meat or no meat?

JP: Meat

Niklas: Beach or mountain?

JP: Beach

Niklas: Cats or dogs?

JP. Cats

Niklas: If you could play only one drumset for the rest of your life, what would you choose?

JP: Probably, my 1962 Slingerland, that I play at the moment right now.

Niklas: What are your ideas and wishes for the future?

JP: Ah well, obviously to continue what we are doing. We were very much enjoying making music and touring – we want to do more of that and we look forward to taking some time off to write some more new music.

Niklas: Do you have some last words for our readers? Any concluding words?

JP: Please come see the show.