In einer nie dagewesenen Kombination trotzen drei Festivals – unter dem Namen „Zeitgleich-Festival“ – mit viel Einfallsreichtum den Herausforderungen der Pandemie. Jedes der Festivals wird sonst mit jeweils 5.000 – 6.000 Besuchern gefeiert, was aktuell nicht möglich ist. Einen kompletten Ausfall der traditionsreichen Festivals wollte jedoch niemand hinnehmen. Im Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender ARTE sendete das beliebte „Rocken am Brocken“-Festival zusammen mit dem „Watt En Schlick Fest“ und dem „Sound oft the forrest Festival“ in jeweils fünf zeitlich aufeinander abgestimmt wechselnden Konzerten musikalische Erbauung per Livestream in die Welt.

Mussten sich Besucher früher zwischen einem der Festivals entscheiden, konnten dieses Jahr durch die rotierende Konzertbelegung ohne zeitliche Überschneidung alle Bands angesehen werden, was auch den Namen „Zeitgleich-Festival“ prägte. Die musikalische Reise quer durch Deutschland, vom Meer bis zu den Harzer Bergen, fand als „Geisterfestival“ nur mit einer kleinen Anzahl an Gästen statt, der Fokus wurde auf die mediale Übertragung gelegt.

Trotz nur geringer Personenanzahl vor Ort wurden alle Bühnen in tagelanger Handarbeit aufgebaut und traditionsgemäß durch die eingeschworene Gemeinschaft vieler Helfer liebevoll dekoriert, um den Festivalfans vor Ort und vor dem Bildschirm nicht nur musikalisch sondern auch optisch ein bestmögliches Festival-Erlebnis zu ermöglichen. Gerade das „Rocken am Brocken“, was unter dem Motto „Natur, Musik, Freundschaft“ am Rande des Nationalparks Harz stattfindet, ist für die aufwändigen und kunstvollen Dekorationen und Skulpturen berühmt und beliebt. Das symbiotische Zusammenspiel zwischen musikalischem und optischen Erlebnis wird besonders ab der Dämmerung deutlich.

Gegen Abend, als die Holzskulpturen in malerisches Licht getaucht werden und Mighty Oaks mit Mandoline, Tamburin, Banjo und dreistimmigen Gesang loslegen, gibt es für die begeisterten Besucher kaum ein Halten auf den in säuberlich aufgereihten Bänken vor der Bühne. Als Abschluss des Rockens am Brockens performte BOSSE seine bekanntesten Lieder, im Publikum überstrahlt ein Meer von Wunderkerzen den nächtlichen Sternenhimmel und sorgte für einen gemütlichen Ausklang des Abends. Den Livestream des Festivals kann man auch im Nachhinein in der ARTE Mediathek oder auf dem Youtube-Kanal von ARTE ansehen.

 

 

Bild und Text: Merlin Schönfisch