Das ist mal wieder so eine „etwas schräge Leute spielen etwas schräge Mucke“-Platte, was Wolf Mountains mit ihrem neuen Album „Urban Dangerous“ vorlegen. Und trotz der latenten Schrägheit ist es auch ein Bekenntnis zum Pop. Und zwar, dass es durchaus nette, kleine Melodien braucht, um aus ansonsten lärmigen Preziosen schmackhafte Songs zu machen.

Und mit Ausnahme von zwei kurzen Komplett-Überflüssigkeiten („Fuck You Belzebub“, „Don’t Look At Me At The Disco“) findet man doch acht recht annehmbare Exemplare davon auf der spielzeittechnisch mit 31 Minuten recht knapp bemessenen Platte. Aber in der Kürze liegt bekanntlich die Würze, und so kommt zumindest keine rechte Langeweile auf.

Das Trio spielt hier meist gemütlichen Indie-Rock mit 90er-Collage- und Garagen-Flair. Ein warm rollender Bass, schlurfende Drums, verhallte, klare Gitarrensounds, ein nicht zu verkennendes noisiges Lo-Fi-Flirren hier und auch mal psychedelische Anklänge da. Ach ja, und der Rockfaktor ist trotz zeitweiser Beschaulichkeit nicht zu vernachlässigen. Am deftigsten beim beschwingten „Out From The Dark“. Am anderen Ende steht ein Psych-Pop-Song wie „I Wanna Be Asleep“, bei dem auch Fans von Tame Impala schwach werden dürften. Voll ins angenehm poppige Lager wechselt man nach einem anschwellenden Intro im locker schlurfigen „No Means No“. Und auch „Feelings Feelings“ gibt sich herrlich hell und sonnig.

Alles in allem ein angenehm unspektakuläres Album mit nerdigem Charme, welches doch immer wieder mit lässigen Songs gefällt – auch wenn nicht alle Stücke vollends überzeugen mögen (zum Beispiel „My Sweet Melody“ und „Walrus“). Für die ganz große Begeisterung ist das dann aber doch leider etwas zu wenig.

 

Trackliste:
1. Listen to The Woods
2. I Wanna Be Asleep
3. Take You Alive
4. No Means No
5. Fuck You Beelzebub
6. My Sweet Melody
7. Out From The Dark
8. Walrus
9. Feelings Feelings
10. Don’t Look At Me At The Disco

 

Wolf Mountains - Urban Dangerous (Treibender Teppich Records, 27.09.2019)
3.7Gesamtwertung