Genau das sind die Momente, wo ich liebe was ich hier mache. Ich öffne eine E-Mail mit einem Promolink, höre in die Musik rein und quatsche euphorisch auf meine Frau ein, schicke Leuten Links zu Videos mit der festen Meinung, dass man diese Band gehört haben muss, damit man glücklich sterben kann. Ich bekomme abwechselnd Gänsehaut und nervöses Lachen. Ich bin wie ein kleines Kind, dem man etwas Großartiges das erste Mal zeigt. Ein Gefühl als würde man das erste Mal Musik hören. Genau so wie bei diesem Album.

Wolf & Moon sind Stefany und Dennis. Die zwei lernten sich in den Niederlanden kennen und entdecken und bereisen seitdem die Welt zusammen. Auch musikalisch. Ein langer Aufenthalt in Skandinavien und die Zusammenarbeit mit dem Produzenten John Andersson sorgten dann für dieses Album.

 

 

Ein Sound, der mit Gitarren, elektronischen Elementen und vor allem diesen zwei fragilen und zeitgleich so kraftvollen Stimmen eine besondere Stimmung schafft. Eine Stimmung irgendwo zwischen Weite und Heimat, zwischen unterwegs und angekommen. Das Duo schafft es an die großen Momente von Übermusikern wie Bon Iver, The XX und Angust & Julia Stone zu denken, um dann jeden Gedanken an einen Vergleich vom Tisch zu wischen, etwas ganz Eigenes dazwischen zu erschaffen und dich damit wie ein warmer Mantel zu umhüllen.

Es ist die Stimmung die sich auch in den Videos und Bildern der zwei findet. Das Gesamtpaket scheint wie geschaffen für eine rastlose und so anstrengende Zeit. Ein Gegenpol zu belanglosem Fernsehen und einer Generation der die Wertschätzung für Kunst verloren gegangen zu sein scheint.

Musik wie eine Vinyl

Ein kleines Stück analoge Glückseligkeit in der Zeit von digitalem Einheitsbrei. Und das alles mit ein bisschen elektronischer Spielerei und dezenten Instrumenten, die lediglich als Untermalung für die gesungenen Geschichten von zwei Menschen wirkt. Eine Untermalung die diese Stimmen durch die Songs zu tragen scheint.

Und bei all meiner Schwärmerei kann man sich diese Band überall vorstellen. Auf den großen Festivalbühnen genauso, wie in kleinen Clubs oder sogar im Wohnzimmer mit guten Freunden. Vielseitig wie das gesamte Album. Songs wie der Opener „Before“ oder der letzte Song des Albums, „Wildebeest“, wirken so melancholisch und eingängig, dass es fast weh tut. Dagegen gibt es die an The XX erinnernden tanzbaren Stücke wie „Getaway“, die dabei so unbeschwert und natürlich klingen und trotzdem die Melancholie mit im Gepäck haben.

Wolf & Moon sind für mich im so jungen Jahr schon eine der Neuentdeckungen und brennen sich in meine Lieblingsplaylist. Kaufempfehlung!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Before
  2. Garden of Potential
  3. Braver Dream
  4. Getaway
  5. Shoot for the Moon
  6. Under the Sun
  7. War
  8. Wake Up
  9. Nowhere & Everywhere
  10. Like A Shotgun
  11. Stones
  12. Wildebeest
Wolf & Moon - Before It Gets Dark (AdP Records, 25.01.2019)
5.0Gesamtwertung