Viele Bands zerbrechen an Besetzungswechseln und gerade wenn neben den instrumentellen Parts dann auch der Gesang schon mehrfach ausgetauscht werden musste, dann ist es umso schwieriger konstant an seiner gemeinsamen musikalischen Zukunft weiter zu arbeiten.

Das so etwas aber durchaus von Erfolg gekrönt sein kann, davon wissen die Jungs von Whiteriver ein Lied zu singen – haben sie doch nach ihrem Debüt-Album „A Beautiful Place To Hide“ aus 2016 genau dieses am eigenen Band-Leib erfahren.

Nun steht also seit gut einem Monat der zweite Longplayer „Warmth“ in den Regal der gut ausgestatteten Platten-Dealer und das Siegener Melodic-Hardcore Quintett hat hier einiges an aufgestautem Frust und unbändiger Energie in zwölf Stücke verpackt.

Nach dem gekonnt einfühlsamen Intro „Vesna“ gibt schon der zweite Song „Brittle Glass“ die Richtung vor… weg von den existenziellen Gedanken der jüngsten Band-Vergangenheit und hin zum durchdringenden, aggressivem „Neustart“.

Inhaltlich gehen die Vier in sich, beackern ihre persönlichen Schicksale – nicht jedoch ohne auch einen Blick über den Tellerrand zu werfen und der Welt ihren zerstörerischen, hässlichen Stempel aufzudrücken. Auf der Suche nach Freiheit und Orientierung geht es immer weiter, immer noch ein Schritt in Richtung Abgrund.

Unterstützt wird das Ansinnen mit durchdringenden Gesangsparts und aggressiven Gitarren-Riffs, die Mal recht melodiös, mal jedoch überaus zerstörend durch das knüppelnde Schlagzeug und den wummernden Bass hindurchdringt.

Dazu erzählen Whiteriver mit „Vesna“ (Frühling auf slawisch), „Lato“ (Sommer auf slawisch), dem englischen Herbst „Fall“ und dem französischen Winter „Hiver“ eine Geschichte über den Kreislauf – den, welchen eine Band geht… den des Lebens… den des Seins?!

Mich persönlich haben die Siegener mit „Warmth“ erreicht und trotz mehrmaliger Durchgänge bleibe ich gerne bei ihnen… ganz besonders dank solcher Vollgas-Nummern wie „Wasted“ oder „For Life“!

 

Titel:
1. Vesna
2. Brittle Glass
3. Lato
4. Fall
5. Hiver
6. Guided by Tides
7. Wasted
8. For Life
9. Warmth
10. On Par
11. Source
12. Royal Blood

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Whiteriver – WARMTH (Redfield Digital, 06.07.2018)
4.0Gesamtwertung