Oh hallo, hallo und willkommen in Hagen a.T.W. irgendwo im Grenzgebiet zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Genaugenommen in einer kleinen Reihenhaussiedlung. Stellt euch die unpunkigste Umgebung der Welt vor. Hier proben wir. Zwischen Großeltern, die amtlich ihren Rasen mähen und Menschen, die mit Familienhunden Gassi gehen. Wir hatten in den vergangenen Jahren in Osnabrück verschiedene Proberäume. Überall wurden aber, wie leider in so vielen Städten, die Plätze knapp, der Strom abgestellt oder Grundstücke verkauft. Irgendwann meinte der Papa von Niklas, unserem Schlagzeuger, dann zu uns: „Hey Jungs, ihr sucht doch grad einen Platz für eure Band. Damals hab ich Niklas, als er angefangen hat zu Trommeln mal extra einen Raum gebaut zum Üben. Der verkommt seit Jahren zu einem öden Partyraum. Wollt ihr ihn nicht für das nutzen, weswegen ich ihn eigentlich gebaut hab?“ Und nun ja. Wir sind eingezogen seit ein paar Monaten und fühlen uns hier wohl. Zwischen Rasenmähenden-Opis und Hunden an der Leine. Klar fehlt uns das Szene-Ding, die verschiedenen Bands, die man auf den Fluren der Probekomplexe trifft. Aber: Das holen wir uns nun irgendwo anders her. Den Erdbeerkuchen holen wir uns aber immer vom Bäcker nebenan.

 Das hier ist unser Proberaum von außen. Und daran erkennt man den riesigen, riesigen Pluspunkt: die Ladesituation. Früher haben wir Amp-Kühlschränke durch verwinkelte Gänge geschoben und Treppen hochgehievt. Heute fahren wir unseren Anhänger kurzerhand vor die Garagentür und laden alles locker flockig direkt in den Raum hinein.

 

Zum Raum führt, und da kommt doch wieder ein wenig Proberaumkomplex-Feeling auf, ein schmaler Gang mit ordentlich Gerümpel. Da steht sogar n Motorrad rum. Eins ist auf alle Fälle sicher. Stühle gehen uns im Raum nie aus.

 

Und dann ist man auch schon mitten im Geschehen. Alles im Raum ist kreisförmig zur Mitte ausgerichtet. Ein klassischer Proberaum eben. Übrigens der erste Raum, den wir uns nicht mit einer anderen Band teilen müssen. Das heißt auch, man kann niemals „die von der anderen Band“ dafür verantwortlich machen, dass wieder mal dieser verdammte Pfand nicht endlich weggebracht worden ist. Die Kehrseite der Medaille/Plastikflasche.

 

An einer Wand, alle Amps. Der Lieblingsort von Janis unserem Gitarristen. Er verbringt Stunden (manche munkeln sogar ganze Nächte) lötend, flötend, fluchend vor diesen Boxen und Verstärkern um den besten Sound zu finden. Es macht ihm großen Spaß – und uns macht es großen Spaß ihm dabei zuzuschauen.

 

 

Die wohl aufgeräumteste Pfandecke aller Zeiten. Wir wissen nicht, wie lang sich das so hält, sind aber insgeheim ein wenig stolz auf uns selbst. Haben aber auch ein wenig Angst, dass diese Reihenhausspießigkeit doch Einfluss auf uns nimmt.

 

Nach der Ladesituation das zweitpraktischste Ding in unserem Raum. Und ebenfalls etwas, weswegen wir Niklas Papa, der das Regal für uns gebaut hat, zu ewiger Dankbarkeit verpflichtet sind. Merch, Hard-Cases und alle guten Momente der vergangen Touren – alles ist hier sicher verstaut.