Die Indie-Band We Walk Walls aus Wien veröffentlicht heute ihr zweites Studioalbum mit dem Namen „Opportunity“ auf Wohnzimmer Records. Zwei Jahre nach ihrem Debut-Album „Ceremonies“ steht nun der Nachfolger bereit. Als gern gesehener Gast beim Radiosender FM4 und auch durch die Anerkennung des ersten Albums der Band (FM4 Artist of the week) lagen auf „Opportunity“ einige Erwartungen die zu erfüllen waren.

Was soll ich sagen? Meine Erwartungen wurden erfüllt, allerdings nur teilweise übertroffen. Die Gesamtspielzeit von rund 37 Minuten empfinde ich als ziemlich kurz – super Schade! Dieses Album ist mir zu schnell vorbei, ich habe mich auf noch mehr Nummern gefreut und dann war es schon aus. Allerdings: Das was es da zu hören gibt ist großartig!

Dem Quartett ist mit „Opportunity“ ein wunderbares New-Wave-Synthie-Indie Album gelungen. Der Sound erinnert mich oftmals an The XX oder vereinzelt – aufgrund von Patricia Zieglers Stimme – aber auch an Lykke Li. Freunde dieser Künstler werden auch mit We Walk Walls und „Opportunity“ ihre Freude haben.

Schon die Vorabsingle „Little Lies“ war ein wunderbares Leuchtfeuer und versprach schon einiges. Die Single in der sich Dream-Pop besonders mit dem We Walk Wall’schen (Indie-)New-Wave vereint, hat mir definitiv Lust auf mehr gemacht.
Neben „Little Lies“ sind noch einige Songs dabei, die direkt ins Ohr gehen und da auch bleiben:

Track sechs „Hommage“ zum Beispiel, ist eine wunderbare New-Wave-Indie-Pop-Nummer mit eingängigem Refrain und für mich – obwohl die vielleicht poppigste Nummer der Platte – der Favorit!
Die zweistimmigen Gesangparts von Patricia Ziegler und Silvio Haselhof ergänzen sich hier so wunderbar und machen nicht nur diesen einzelnen Track, sondern das gesamte Album, eher noch die gesamte Band, zu etwas besonderem.

Song Nummer vier „Ordinary Things“ überrascht ein wenig, da dieser komplett ohne Gesang auskommt, aber Instrumental in den 3:12 Minuten einiges zu bieten hat. Mir gefällt die Idee, einen Song komplett ohne Lyrics einfließen zu lassen, wenn ein Song durch Instrumentierung und Abläufen selbsterklärend dasteht. Stark!

We Walk Walls sind ihrem Stil treu geblieben, dennoch kommt das Livekönnen der vier Wiener auf der Platte deutlicher hervor als noch beim Vorgänger „Ceremonies“.

Mir fehlen bei „Opportunity“ lediglich mitreißende Nummern, wie z.b. „Critical Masses“, „Goodland“ oder „Curiosity Doesn’t Suit You Well“ vom Vorgänger Album, welche ich hier fast nur in „Strange Terms“ und „Minimal Human“ wiederfinde.

Allerdings schmälert das nicht die Art und Weise wie „Opportunity“ mir begegnet – nämlich komplett positiv! Kein Song bricht als unpassend heraus. Im Gegenteil: Ein Einheitliches Gefühl trägt mich durch das verträumte, meldodische Synthie-Pop Album „Opportunity“! Eine Kaufempfehlung gibt es ohnehin von mir! Kauft das Ding! Und besucht WE WALK WALLS am 15. Juli 2015 auf der Breminale oder am 17. Juli 2015 im Molotow in Hamburg.

WeWalkWallsCoverOpportunity

Tracklist:

01. Exploration
02. Little Lies
03. Strange Terms
04. Ordinary Things
05. Opportunity
06. Hommage
07. Minimal Human
08. I Am Your Daughter
09. Weekend Violence
10. Exploitation

We Walk Walls - Opportunity (Wohnzimmer Records, 12.06.2015)
4.5Gesamtwertung