Hm, da hätte ich mir tatsächlich etwas anderes von der Band erwartet. Der Bandname We Sell The Dead sowie das dunkle Grundkonzept lenken die Gedanken doch ziemlich in düstere Töne. Dabei bieten Gitarrist Niclas Englin (In Flames, Engel), Sänger Apollo Papathanasio (Spiritual Beggars, ex-Firewind) und ihre Spießgesellen recht gewöhnlichen Hardrock.

Klar sind hier dunkle Untertöne vorhanden. Aber eben nur sparsam eingesetzt, wie beim bombastisch-dramatischen „Caravan“. Nebenbei eine vorzügliche Power-Ballade, die etwas Abwechslung ins fast etwas gleichförmige Album bringt, welches meist mit treibenden Rocksong nach vorne geht, die ziemlich schnell auf den Punkt kommen. Ganz klar, äußerst kompetent vorgetragen, aber ohne wirklich mit dem Geschmack des Besonderen verbunden.

Was sich jetzt negativer liest, als es ist. Denn, dass man es hier mit reinem Ausschuss zu tun hätte, dafür sind hier einfach zu gute Musiker an Bord, die auch aus recht unspektakulären Songs wie „River In Your Blood“ noch etwas rauskitzeln können. Es sind aber auch Musiker, deren Wurzeln im Gestern recht gut zu hören sind. Denn man braucht sich nicht wundern, wenn der Sound auch mal an Deep Purple denken lässt („Black Sleep“). Ein Händchen für feine Melodien beweist man immer wieder mit angenehm eingängigen Refrains („Carved In Stone“, „Shallow Grave“, „Blessed Or Cursed“), was einen dann doch aufhorchen lässt.

Aber an Ende wünscht man sich doch etwas mehr. So bleibt leider der Eindruck einfach ein solides Hardrock-Album gehört zu haben. Nicht mehr – aber auch keinesfalls weniger.

 

Trackliste:
1. Across The Water
2. Black Sleep
3. Blessed Or Cursed
4. Caravan
5. Carved In Stone
6. Hour Of The Wolf
7. Nightmare And Dream
8. River In Your Blood
9. Scars In My Heart
10. Shallow Grave
11. The Light
12. You I Fear

 

 

Photo-Credit: Vincent Laine

 

We Sell The Dead - Black Sleep (earMUSIC/Edel, 21.02.2020)
3.6Gesamtwertung