Am vergangenen Freitag haben Wanda ihr drittes Studioalbum veröffentlicht. „Niente“, der Nachfolger von „Bussi“ (2015) & „Amore“ (2014), trägt zwölf Tracks mit sich rum und ist für jeden Wanda-Liebhaber die perfekte Erweiterung der bestehenden Wanda-Sammlung.

Für mich reiht sich „Niente“ nahtlos in die Diskografie der fünf Wiener ein. Jedoch ruhiger, als ich es vermutet hatte. Kamen nach der Veröffentlichung von „Bussi“ viele kritische Stimmen auf und auch in mir schwirrte die Angst umher, dass das Folgealbum noch mehr in Richtung Jahrmarkt gehen könnte kann ich nun bereits sagen: bestätigt wurden diese Ängste nicht. „Niente“ ist, im Vergleich zum Vorgänger „Bussi“, ein ruhigeres Album, welches mit tragenden Streichern ein Gefühl der Schwere entwickeln lässt. Leider passiert dies nur auf der musikalischen, also instrumentalen, Ebene. Textlich wünschte ich mir etwas mehr Tiefgang, aber „hey – das ist Wanda“ werden nun wieder einige Kritiker lachend aus ihren Löchern pfeiffen. Okay, okay. Ja, auch mich sprechen die Texte auf „Niente“, mit wenigen Ausnahmen, kaum an, dennoch hatten wir mit „Amore“ in 2014 eine Platte, die definitiv in die jüngere Popgeschichte eingehen MUSS und textlich auch etwas zu bieten hatte.

Aber auch ein paar Highlights gibt „Niente“ her. Der Song „Columbo“ ist für mich der Hit des Albums. „0043“, die österreichische Vorwahl und eine Hommage an die Kindheit in Österreich, spiegelt in meinen Augen die Gesamtstimmung von „Niente“ ganz wunderbar in genau 03:21 Minuten wider. „Schöttenring“ und „Ein letztes Wienerlied“ sind einfach raue und wienerische Songs durch und durch, die den Wanda-Geist ganz wunderbar in sich tragen.

Fazit:
„Niente“ holt mich leider nie so wirklich ab. Mir fehlt da einfach einiges. Freute ich mich zuvor noch auf die Neuerscheinung der Band aus meinem Geburtsland, war ich nach dem ersten Hören schon ein wenig ernüchtert. Wandamüde sozusagen. Insgesamt für mich das schwächste Wanda-Album und mit wenigen musikalischen Überraschungen – okay, die Streicher hauen zum Ende des Albums noch einmal etwas raus – reiht sich „Niente“ aber dennoch recht gut in die Wanda-Diskografie ein: wienerisch, direkt und massentauglich. War „Amore“ im Jahr 2014 jedoch noch etwas nahezu revolutionäres, könnte man „Niente“ in eingen Jahren aber bereits wieder vergessen haben und vermutlich würde uns damit nicht allzu viel fehlen.

Anspieltipps: Columbo, 0043, Schottenring, Ein letztes Wienerlied

Tracklist:
01. Weiter, weiter
02. Columbo
03. 0043
04. Lieb sein
05. Wenn du schläfst
06. Schottenring
07. Lascia mi fare
08. Das Ende der Kindheit
09. Cafe Kreisky
10. Einfacher Bua
11. Ein letztes Wienerlied
12. Ich sterbe

Tourdaten:
12.03.2018   Würzburg | Posthalle
13.03.2018   Wiesbaden | Schlachthof
15.03.2018   Hannover | Capitol
16.03.2018   Köln | Palladium
17.03.2018   Berlin | Max-Schmeling-Halle
20.03.2018   München | Zenith
21.03.2018   Dortmund | Phoenixhalle
23.03.2018   Lingen | Emsland Arena
24.03.2018   Hamburg | Sporthalle
03.04.2018   Fürth | Stadthalle
04.04.2018   Stuttgart | Beethoven Saal
11.04.2018   Ravensburg | Oberschwabenklub
13.04.2018   Leipzig | Haus Auensee

Weitere Infos:
www.wandamusik.com
www.facebook.com/wandamusik

Beitragsfoto © Wolfgang Seehofer, Universal Music

Wanda - Niente (Vertigo/Universal Music, 06.10.2017)
2.8Gesamtwertung