Vreid – das ist eine Black-Metal-Institution aus der zweiten Reihe. Eine die nie zu enttäuschen scheint. Und so bietet auch Album Nummer sieben wieder einmal deftige Kost für Genrefans – oder solche die es werden möchten. Dabei sind sieben Alben sind eine amtliche Ausbeute, wenn man bedenkt, dass es die Band erst seit elf Jahren gibt.

Der Sound auf „Sólvery“ ist urig. Er erinnert an die 90er, als dieses Genre so richtig aufblühte und in den damaligen Bands ein gewisser Punk-Ehtos schlummerte, auch wenn die das ungerne zugaben und man lieber Kirchen anzündete. Und so wandelt das Album zwischen Lofi-Ästhetik und Bombast, zwischen Rock’n’Roll und purer Düsternis.

Der Opener „Haust“ fällt gleich mit der Tür ins Haus bietet mächtigen Black-Metal-Lärm und herrlich keifende Vocals. Das zeigt mal wieder, dass Musik nicht unbedingt schön sein muss, um mitzureißen. „Ehrlich“ muss sie sein, um im Metalbereich ernst genommen zu werden. Und Vreid nimmt man jeden Ton ab, den sie so spielen. Mit norwegischer Kälte zockt man sich auf „Sólverv“ durch neun teils ziemlich epische Songs. Gerade die längeren Nummern sind es, die am meisten Eindruck hinterlassen.

Wenn die Band bei „Når Byane Brenn“ orchestral wie in einem Hollywood-Fantasy-Film einmarschiert oder beängstigend mit einem mantrisch wirkenden Trommel-Keyboard-Teppich hypnotisiert, nur um in glühende Raserei zu verfallen („Fridom Med Daudens Klang“), hat das schon etwas faszinierendes. Einen Kontrast dazu bietet der straight nach vorne gehende und mit einem fast eingängigem Refrain versehende Titeltrack. Zwei Pole, zwischen denen sich diese Band wohlfühlt, die auch nicht davor zurück schreckt zwischen klirrend klingenden Gitarrenriffs auch das eine oder andere verfrickelte Solo zu verstecken.

Für Genrefans eine ziemliche Empfehlung. Allen anderen dürften nach diesem „Genuss“ sicher die Ohren klingeln!

Vreid - Sólverv

Trackliste:
1. Haust
2. Sólverv
3. Geitaskadl
4. Ætti Sitt Fjedl
5. Når Byane Brenn
6. Storm Frå Vest
7. Fridom Med Daudens Klang

Vreid - Sólverv (Indie Recordings, 09.10.2015)
3.9Gesamtwertung