Sehr schön, die Dänen Vola nehmen uns Schreiberlingen das lästige Einsortieren in musikalische Schubladen einfach ab. Direkt unter den Titel ihres Debütalbums „Inmazes“ packt die Band ihre Referenzen wo sie sich selber einordnen würde. Die Referenzen wären Pink Floyd, Rammstein und Meshuggah!

Halt!

Wie soll das denn passen und wo rein? Progressive Rock trifft auf Neue Deutsche Härte trifft auf Djent! Alter Schwede äh Däne, das muss man auch erst mal verkraften. Tatsächlich sollte man auf jegliche Referenzen verzichten wenn man „Inmazes“ in den Schacht des CD Players schiebt. Die Djent Assoziation kann man vielleicht beibehalten, dennoch agieren Vola höchst eigenständig. Musikalisch geht es also eher progressiv zur Sache.

Wenn man die ersten drei Songs „The Same War“, „Stray The Skies“ und „Starburn“ gehört hat, dann ist man versucht das Album direkt noch mal von vorne zu starten. Dieses Songtrio ist die vielleicht stärkste Eröffnung eines Albums, welche ich dieses Jahr bisher zu hören bekommen habe.

„The Same War“ beginnt mit heftigen Gitarrenriffs, welche kurz darauf noch aggressiver werden und sobald Schlagzeug und Bass einsetzen grooved es heftig. In bester Crossovermanier kommt dann ein Gesang dazu welcher zwischen Sprechgesang und feinen Gesangsmelodien wechselt. Sobald der Säger im Melodiemodus wird auch die musikalische Unterstützung etwas sanfter. „Stray The Skies“ schmeichelt die Ohren mit Breitwand-Post-Rock-Sound. Der Wechsel zwischen heftig rhythmischen Songteilen und sehr melodiösen Refrains findet auch hier wieder statt. „Starburn“ überzeugt mit seiner melancholischen Grundstimmung und auch hier wieder ist dieser unglaublich packende Gesang zu hören! Das ist geil!

Nach diesen drei Songs wird es dann allerdings etwas schwieriger. „Owls“ ist ein sperriger Bastard. Die Instrumentalparts sind fette Brocken, der Gesang ist hier mit einem Effekt belegt. Immer wenn der Gesang einsetzt schrauben die Musiker die Intensität runter! Tatsächlich kommt beim Song „Your Mind Is A Helpless Dreamer“ dann mal eine Meshuggah Verbindung auf. Hier haut die Band mit dem Härtehammer auf den Amboss, nur um dann wieder mit süßlichen Keyboards die Ohren zu verwirren! Großes Kino!

Die folgenden Songs sind ähnlich abwechslungsreich. Mein Highlight wartet als letzter Song. Nachdem unheimlich ätzend nervenden Intro kommt der Titeltrack „Inmaze“ dann aber so richtig in Fahrt und zeigt alle Stärken der Band auf!

Geht das noch besser? Ich hoffe ja, Vola schiebt bitte schnell das zweite Album hinterher, ich brauch mehr von dieser Mucke!

vola_cover_inmazes_500

The Same War
Stray The Skies
Starburn
Owls
Your Mind Is A Helpless Dreamer
Emily
Gutter Moon
A Stare Without Eyes
Feed The Creatures
Inmazes

 

http://www.volaband.com/

Vola - Inmazes (Mascot, 16.09.2016)
4.8Gesamtwertung