Vitam Aeternam – Revelations Of The Mother Harlot (Crime Records, 13.05.2022)

Vitam Aeternam ist ein internationales Musikprojekt das mit „Revelations Of The Mother Harlot“ bereits sein zweites Album vorlegt. Und heilig’s Blechle, das hier ist aber mal ein außergewöhnliches Stück Musik geworden!

Das Kerntrio Jake Rosenberg, Râhoola und André Aaslie schöpft aus einem schier unendlichen Fundus an Ideen und Stilistiken, um etwas ganz eigenes zu kreieren. Ein durchgehendes, sechsteiliges Musikstück mit einer Thematik zwischen Leben, Tod und Wiedergeburt. Nicht umsonst ist ein Stück nach dem „Bardo Thodol“, dem tibetanischen Buch der Toten, benannt.

Heraus kam ein mächtiges, theatralisches Werk, in das man sich fallen lassen kann – nein, sogar muss, um es richtig erfassen zu können. Denn Vitam Aeternam machen es einem wirklich nicht einfach. Drei in sich verschachtelte, überlange Kompositionen stehen im Mittelpunkt der Platte. Ein wahres Füllhorn an Ideen prasselt da über den Hörer herein. Komplex und emotional. Von altmodischem Progrock, Film-Soundtrack-Flair, Anklängen von symphonischer Klassik, elektronischen Sounds, manchmal fast etwas poppigen Anflügen reicht die Palette. Das Ganze angereichert mit viel Drama, geisterhaften Düsternis und großem Freak-Potenzial.

Das hat manchmal was von einem großen abseitigen Musical, dann wieder was von einer exaltierten Prog-Platte. Selbst die Black-Metal-Raserei mitten im viertelstündigen Herzstück „Promethea“ wirkt nicht komplett fremd, wenn es auf marschierende Rhythmen und große Choräle trifft. Wohl ein Kunststück für sich.

Abenteuerlich und faszinierend!

 

Für Fans von: Mike Patton, Leprous, Ulver, Manes, Sleepytime Gorilla Museum, Vulture Industries oder Arcturus.

 

Trackliste:
1. Veil of Isis
2. Redemption
3. Sick & Pious
4. Bardo Thodol
5. Promethea
6. Finis Gloriae Mundi

 

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