Hallo Venerea! Danke das ihr die Redaktion wieder in die 90er schießt und das es sich so gut anfühlt! Die Schweden, die neben Bands wie Millencolin und den Satanic Surfers (ich trage beim Schreiben übrigens extra mein damals schwarzes, heute total verwaschendes Satanic Surfers Cap) das schöne Land im Norden in den Melodycore-Olymp beförderten. Burning Hearts. Skateboards. Basecaps. Jugendzentren. Halfpipes. Unterhosen die einen halben Meter aus der Jeans gucken. Nietengürtel. Ach war das schön. Und zum Teil haben sich das viele bis heute bewahrt. Und das ist auch gut so! Ach liebe 90er. Ihr hattet soviel mehr zu bieten als Eurodance, David Hasselhoff und schlechten Modegeschmack.

Das mittlerweile 6te Studioalbum der Schweden zeigt uns worum es im Skatepunk geht und immer ging. Widerstand gegen Nationalismus, gegen den Status quo, gegen die Spießigkeit der anderen. Nur das man dabei jede Menge Spaß hatte und im richtigen Moment den Stinkefinger in die Richtung zeigte, die es nötig hatte. Das dann noch untermalt mit schnellem Punk und Melodien, die süßer als der Zuckerguß auf der Torte in Storchs Visage war! Großartig!

Mit einigen Mid-Tempo Punknummern und kleinen Besonderheiten wie dem Orgel-Intro (hört sich irgendwie versaut an) bei „Now You’re Gone“ spielen sich Venerea dann entgültig in mein Herz. Und in meine Faust. Sie schließen damit eine große Lücke, die Bands wie Atlas Losing Grip zwischendurch mal fast im Griff hatten, dann aber wieder verspielten.

Man kann ja von Weiterentwicklung halten was man will, aber als Jemand der sich schon mega über die aktuelle Platte von Face to Face freute, schießen Venerea für mich den Skatepunkvogel komplett ab. Wäre dieses Album eine Frau, würde ich sie heiraten. Mehrfach. Echt!

Mit dem richtigen politischen Verständnis, Melodien zum Verlieben und Arschtritt und Geschwindigkeit für 10 trifft diese Platte genau meinen Geschmack. Absolute Kaufempfehlung für jeden Nietengürtelträger und für die, die es mal waren und noch werden wollen. Top!

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  1. Going Home
  2. The Beans & The Grinder
  3. Raising my Game
  4. Mark of Cain
  5. Not my Country
  6. Under Siege
  7. I’m Waiting for her to kill herself
  8. The Final Wall
  9. Vicious Circle
  10. Now You’re Gone
  11. Enemies of the Alliance
  12. Times Are Hard
  13. A Bigger Man
  14. Hey that’s no way to say goodbye

 

Venerea Live:

27.04. DE – Köln – Underground 
28.04. DE – Wiesbaden – Schlachthof 
29. – 30.04. BE – Meerhout – Groezrock

 

 

Venerea - Last Call For Adderall (Destiny Records / Dirty Six Records, 29.04.2016)
5.0Gesamtwertung