Passend zum neulich mit den Jungs von Van Holzen geführten Interview liegt nun erneut das Debüt-Album der Ulmer vor mir und ich werde –  wie versprochen – noch den einen oder anderen Satz zu den zwölf Songs, die auf „Anomalie“ zu finden sind sagen.

Besonders beeindruckt war ich bereits im Vorfeld von dem Tempo, welches Florian, Jonas und Daniel bisher gegangen sind, da sie mit ihrer Vorgänger-Band – trotz ihres erst sehr jungen Alters von unter 18 Jahren – bereits weit über 250 Konzerte gespielt hatten und somit quasi schon zu den „Alten Hasen“ des Musikgeschäfts gehören… nicht umsonst konnten sie mit Van Holzen sofort einen Major-Deal bei Warner ergattern!

Im November erschien zum düsteren und bedrückenden Opener „Herr der Welt“ bereits ein Video, welches den von Revolution und Rebellion geprägten Song noch beeindruckender und kritischer dastehen ließ… ganz große Nummer!

Dass sich das Album nach eigenen Angaben vor allem textlich mit den großen Themen Tod, Missverstanden sein, Erfolgsgeilheit, und ein bisschen Liebe“ beschäftigt, lässt sich bei Titeln wie „Erfolg“ oder „Reichtum“ durchaus erahnen – die „Schüsse“ gelten aber wohl jemandem, der sich aufgrund seiner Autorität und der verbundenen Unnahbarkeit doch sehr angreifbar gemacht hat… „immer schön vorsichtig“ kann man da nur raten, denn man trifft sich immer mindestens zweimal im Leben – wenn`s dumm läuft auch zwischen den Augen!

„schieß mir in den Kopf und dann bleib bei mir…!“ schlägt hier bei „Karneval“ direkt in die selbe Kerbe, sollte aber nicht persönlich genommen werden, denn sonst würden wir „Nie“ heraus bekommen, was es mit der Masquerade“ auf sich hat, denn „spürst du diesen Druck, ich breche dir das Gesicht…“ schreit ja auf jeden Fall auch nach Erklärungen, oder?!

Irgendwie fällt über die komplette Länge von „Anomalie“ auf, dass das Trio schon ein gewisses Problem mit der einen oder anderen Personen zu haben scheint – denn auch das „Kopfgeld“ ist eine hasserfüllte Abrechnung mit einer bestimmten Person und auch wenn man „Keine Zeit“ hat, ganz zum Schluss gibt es den obligatorischen „Leichenschmaus“… wobei, laut Van Holzen sterben wir ja Tag für Tag viele kleine Tode!

Musikalisch machen sie den Bandnamen zum Programm, denn „Holzen“ kenne ich noch von damals vom Fußball… und das war recht grob, tat meistens ordentlich weh und traf eigentlich immer schmerzhaft den wunden Punkt!

Wer in so jungen Jahren bereits auf so hohem Niveau unterwegs ist, dem sei auf jeden Fall eine große Karriere gegönnt… außerdem beruhigt es mich ein wenig und gibt mir die Sicherheit, dass es zumindest musikalisch noch nicht komplett um uns verloren ist!

Und wenn man sogar Bands wie Madsen, Turbostaat oder auch die Schotten von Biffy Clyro zu seinen Fans zählen darf, dann kann man ja eigentlich bisher nicht wirklich viel falsch gemacht haben, oder?! 😉

Dieses Album muss gekauft werden… da führt nichts drum herum!

 

Titel:
1. Herr der Welt
2. Erfolg
3. Reichtum
4. Schüsse
5. Karneval
6. Nie
7. Masquerade
8. Jagd
9. Hyäne
10. Kopfgeld
11. Keine Zeit
12. Leichenschmaus

BANDPAGE

Van Holzen - Anomalie (Warner, 03.03.2017)
5.0Gesamtwertung