Ich muss zugeben, nach dem tollen Debütalbum der Band, habe ich die Leipziger UR komplett aus den Augen verloren. Als in unserem virtuellen Redaktionsflur das Bemusterungsangebot zum neuen Album „Grey Wanderer“ aufgetaucht ist, musste ich nicht lange überlegen um mein Interesse zu bekunden. Die Mixtur aus Doom und Post Metal hat zumindest auf dem selbstbetiteltem Debütalbum komplett gestimmt.

„Grey Wanderer“ kommt mit lediglich vier Titeln daher, welche aber allesamt eine mehr als stattliche Laufzeit aufweisen können und das Album somit auf eine Laufzeit von etwas über 40 Minuten tragen.

Der Grundsound von „Grey Wanderer“ hat sich nicht großartig verändert. Wie auf dem Vorgänger gibt es hier zähflüssiges Schwermetall, dicke Riffs, mächtige Soundwände und gelegentliche Growls.

Der Titeltrack eröffnet das Album mit Rauschen, dieses Rauschen geht gemächlich in den Song über. Ab etwa Minute 1:30 hört man die ersten Schlagzeugtöne, zähe Riffs und der Soundberg türmt sich langsam auf. Im Mittelteil wird der Song etwas zugänglicher, bis dann der Sänger mit der fiesen Stimme die Growls raushaut! Zum Schluss bricht der Song abrupt in sich zusammen.

„Bringer Of Harvest“ ist der nächste Streich und mein Favorit des Albums. Hier herrscht Dramatik und der Song hält ein paar Überraschungen bereit. Über den harschen Rhythmusinstrumenten breiten sich plötzlich schöne harmonische Melodien aus. Hier hat das Ohr etwas zu entdecken. Gefällt mir!

„The Rift“ ist das längste Stück von „Grey Wanderer“. Das erste Riff dieses Songs schlägt etwas aus der Art, denn es wird zunächst schnell gespielt. Diese Schnelligkeit wird aber flott wieder eingefangen und zusammen mit den Growls werden die Ohren hier ordentlich zusammengestaucht.

Der letzte Track des Albums hört auf den Titel „Shapeless Shrine“ und ist dann ein wenig der Ohrenschmeichler von „Grey Wanderer“. Der Song startet sehr ruhig, fast schon akustisch, man nimmt langsam Fahrt auf und der Zuhörer fühlt sich schon fast in sphärischen Post Rock Gefilden gefangen. Dies aber nur so lange bis UR doch wieder musikalisch aufrüsten und das dicke Eisen schmieden!

Tolles Album! Bitte nicht wieder fünf Jahre mit der nächsten Veröffentlichung auf sich warten lassen!

Grey Wanderer
Bringer Of The Harvest
The Rift
Shapeless Shrine

 

 

UR - Grey Wanderer (Droneburg, 24.11.2017)
4.3Gesamtwertung