Die Franzosen Uneven Structure sind eine dieser Bands, welche gerne mal ins Djent-Fach gesteckt werden. Dass diese Schublade für die Band zu eng ist, beweist man mit seinem dritten Album „Paragon“.

Ja klar, sie sind noch da, diese extrem tiefer gelegten Gitarren der Meshuggah-Schule. Doch Uneven Structure gehen ein Stück weiter, als einfach nur tiefe, groovige Töne aneinander zu reihen. Es schwingt ein Hauch von Atmosphäre in den Stücken der Band mit. Es steckt wohl also wirklich was dahinter, dass man Pink Floyd als Einfluss angibt. Bereits die ambientmäßigen Tastensounds und die ruhige introvertierte Ausstrahlung des Openers „Magician“ beweist das. Am Ende bleibt das Stück nichts wirklich anderes, als ein überlanges Intro.

Das folgende „Hero“ packt in knappen fünf Minuten dafür zusammen, was man für den Rest der Platte zu hören bekommt: moderne harte, aber überraschend glatte Gitarrensounds, klarer Gesang und es darf es auch mal einen brutalen Core-Ausbruch (inkl. entsprechendem Gesang) geben. Per se ist die Nummer relativ geradlinig, schlägt aber trotzdem so einige Haken. Insgesamt geht die Band auf ihrer aktuellen Platte auch den Weg von Nachvollziehbarkeit in Richtung verwinkeltem Songwriting. Man sollte sich fallen lassen in „Paragon“, ansonsten steht man recht bald auf verlorenem Posten und es droht die Gefahr sich zwischen wüsten Metal-Parts, feinfühligen Melodien und zurückhaltenden Ambientstücken zu verlieren.

Was etwas auffällt, ist der latent weinerliche Gesang, dem es etwas an Eindringlichkeit fehlt. Auch an die kalte, maschinelle Ausstrahlung muss man sich auch erst gewöhnen. Aber das liegt wohl auch am Genre begründet.

Am Ende ist „Paragon“ ein abwechslungsreiches Album für Freunde von TesseracT, Protest The Hero oder Between The Buried And Me. Auch wenn man deren Klasse nicht erreicht. Dafür fehlt es so manchem Track etwas an Schlüssigkeit.

 

Trackliste:
1. Magician
2. Hero
3. Innocent
4. Caregiver
5. Outlaw
6. Explorer
7. Creator
8. Ruler
9. Jester
10. Sage
11. Lover
12. Everyman

 

Uneven Structure - Paragon (Long Branch Records/SPV, 18.10.2019)
3.5Gesamtwertung